Die Laubfärbung in der Pfalz lies dieses Jahr doch lange auf sich warten. Auch fiel sie vielerorts nicht so üppig und bunt aus, wie wir das in den Jahren zuvor gewohnt waren und genießen durften. Trotzdem gab es einige Ecken, in denen der Herbst zur Hochform auflief. Mitte Oktober zeichnete sich beispielsweise ab, dass wir in diesem Jahr rund um den Donnersberg eine besonders intensive Laubfärbung bekommen würden. In der letzten Oktoberwoche gab es dann, recht kurzfristig und entgegen vieler Vorhersagen, eine Wetterlage wie man sie sich als Fotograf nur wünschen kann. Also nichts wie hin, an den Donnersberg um den Herbst in der Pfalz im Bild festzuhalten!

Nebel im Herbstwald

Bereits am Fuß des Donnersbergs stand dichter Nebel im Wald. Die intensiven Farben des Herbstlaubes wirkten gedämpft.

mpb150113In geschützten, tieferen Lagen konnte man vereinzelt noch Bäume mit gelbgrünem Laub finden.

Die meisten Bäume haben aber bereits ihr buntes Herbstleid getragen. Es war in den ersten Stunden meines Besuchs am Donnersberg nahezu windstill und der Nebel stand gleichmäßig dicht im Wald. Die Sonne selbst war nicht zu erkennen, allenfalls schien das Laub etwas heller zu leuchten, wenn man in die Richtung schaute, in der die Sonne hinter dem Nebel stand. Entsprechend gedeckter waren die Farben der Blätter, wenn man in die entgegengesetzte Richtung blickte.

mpb150108Meist war die dominierende Farbe ein helles Gelb….

mpb150105…hier und da durchmischt mit ein paar Tupfen Orange und Grün.

Der Blick nach unten

Nebel dämpft das Licht, es wird weicher. Ähnlich einem großen Diffusor wird das Licht sehr gleichmäßig. Das sind Bedingungen, die man sich für Detailaufnahmen wünscht.

mpb150106Herbstlaub auf nebelfeuchtem Sternenmoos.

Der Blick nach oben

In meinen Augen besonders faszinierend ist ein Blick nach oben, wenn man in einem Nebelwald steht. Warum? Ohne große Erklärungen ganz einfach darum:

mpb150114Das Blätterdach leuchtet im Gegenlicht beim Blick gegen den Himmel.

mpb150107Es ist eine ganz eigene „Landschaft“ über unseren Köpfen.

mpb150110An den Stellen mit weniger Laub treten die Strukturen der Äste deutlich hervor.

Die Sonne durchbricht den Nebel

Die Vielfalt an Motiven, die man in einem nebeligen Herbstwald geboten bekommt, ist riesig. Entsprechend zufrieden war ich bereits, als es später Nachmittag wurde und der Fototag langsam aber sicher seinem Ende entgegen ging. Ich war froh und dankbar über die Bilder auf meiner Speicherkarte und die wunderbaren stillen Momente, wie man sie nur in einem Nebelwald erleben kann. Wäre an dieser Stelle Schluss gewesen mit Fotografieren, hätte ich zufrieden meinen Heimweg angetreten.

Die Natur sollte aber noch eine Überraschung für mich auf Lager haben. Ich war gerade im dichten Unterholz auf der Suche nach weiteren Details, als ich merkte, dass es heller wurde und die Kontraste auf meinem Motiv zunahmen. Das konnte nur bedeuten, dass der Nebel dünner wird. Ein Blick gegen den Horizont bestätigte meine Vermutung: Die Sonne drang über den Bergkamm durch den Nebel. Über mir waren bereits ein paar Flecken mit blauem Himmel zu sehen.

mpb150111Die Sonne schickt ihre Strahlen durch den Nebel.

Nur wenige Minuten konnte ich dieses Schauspiel genießen, dann war der Nebel komplett weggedampft. Auf der anderen Seite des Berges, die schon länger von der Sonne beschienen war, gab es große Bereiche im Wald, die nebelfrei waren. Allenfalls leichter Dunst war hier und da noch zu sehen.

mpb150112Abendsonne im Herbstwald.

Ich habe das Glück in der Pfalz leben zu dürfen, wo viele wunderbare Motive praktisch „vor meiner Haustüre“ zu finden sind. Was das angeht, bin ich also recht verwöhnt. Tage wie dieser, erinnern mich daran, wie gut ich es hier habe.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei meinem Fotofreund Chris bedanken, der an diesem Tag leider keine Zeit fand mit mir zusammen auf Tour zu gehen, mich aber super mit Infos zu Wegen und Locations auf dem Donnersberg versorgt hat. Danke, Chris, ohne Deinen Support wäre das sicher nicht so gut geworden!