Im Ergebnis nicht unerwartet, aber zu dem Zeitpunkt doch überraschend, hat Canon im September im Vorfeld der Photokina mit der EOS R eine spiegellose Kamera mit Kleinbildsensor vorgestellt. Was bei der Vorstellung der Kamera gezeigt wurde, hat auf Anhieb mein Interesse geweckt. In vielen, für meine Fotografie relevanten Punkten, versprach die Kamera eine interessante Ausstattung.
Die Möglichkeit, die Kamera noch rechtzeitig zum Herbst zu erhalten, hat dann den Ausschlag dazu gegeben, dass ich bei Martin Achatzi noch am selben Tag eine Vorbestellung für das Bundle “EOS R + RF 24-105” getätigt habe. Aber Moment, “RF” ?!? – müsste das nicht “EF” heißen bei Canon? Nein, richtig gelesen. Die EOS R hat ein neues Bajonett, das auf den Namen RF hört und für spiegellose Kameras optimiert wurde. Die Konstruktion dieses neuen Bajonetts und die damit verbundenen Möglichkeiten waren mit ein Grund für mein Interesse an der EOS R. Bevor ich auf meine Beweggründe aber näher eingehe, zunächst ein kurzer Hinweis was in diesem Blogbeitrag zu finden sein wird und was nicht:
Um was es hier (nicht) geht
Ich berichte hier von meinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken, basierend auf meiner Arbeit mit der EOS R in meiner Motivwelt innerhalb der Landschaftsfotografie. Dabei gehe ich auf die Punkte ein, die mir besonders wichtig sind – wie Handhabung und Systemqualität (Kamera in Verbindung mit meinen Objektiven). Die Ergebnisse und Eindrücke aus der Praxis sind dabei der Maßstab meiner Betrachtungen.
In meinen Betrachtungen fast komplett außen vor ist der Autofokus. Ich bin Landschaftsfotograf und gestalte meine Motive in Ruhe, meist auf dem Stativ. Der Autofokus spielt für mich nur in sofern eine Rolle, dass er mir als reines Komfortmerkmal das manuelle Einstellen der Schärfe in bestimmten Situationen abnehmen kann. Die Geschwindigkeit, mit der das dann passiert (oder auch nicht), ist komplette Nebensache – zumindest so lange ich dadurch keinen Sonnenuntergang verpasse.
Es geht hier auch nicht darum Bilder nur deswegen unterzubelichten, um nachträglich in der EBV beim Aufhellen irgendwelche Artefakte sichtbar zu machen, die man sonst nicht gesehen hätte. Konsequenter Weise verzichte ich auch darauf, Aufnahmen ohne Objektiv und mit aufgesetztem Gehäusedeckel zu machen. Was mir hingegen sehr wichtig ist, sind die Korrekturen, die in meiner Motivwelt (Landschaften und Landschaftsdetails, oft zu Tagesrandzeiten) erforderlich sind um zum gewünschten Bildergebnis zu gelangen.
Wer das Spannende in der Fotografie eher im Ausloten des theoretisch Möglichen sieht, wird hier genau so wenig interessante Infos finden, wie Fotografen, für die der AF eine wichtige Rolle spielt. Alle anderen, insbesondere Landschaftsfotografen und an der Landschaftsfotografie Interessierte, sind herzlich eingeladen hier weiter zu lesen.
Tagesanbruch über dem Pfälzerwald. EOS R + RF 24-105 F/4L.
Das hat mein Interesse an der Kamera geweckt
Es gab nicht das eine, einzelne (neue) Feature ohne das ich nicht hätte weiter leben wollen und das die EOS R nun mitgebracht hat. Stattdessen ist es das Paket als Solches was Canon mit der EOS R vorgestellt hat und was mich angesprochen hat.
Das Display: Da ist zunächst das Klappdisplay, das in alle Richtungen schwenkbar ist – sogar in Richtung des Motivs seitlich neben die Kamera. Das bringt mich bei einigen Bildideen, die ich schon eine ganze Weile mit mir herumtrage, ein großes Stück weiter.
Die individuellen Anpassungsmöglichkeiten der Kamera durch neue Bedienelemente in Verbindung mit der Konfigurierbarkeit der Kamera: Mit einem sog. “Control-Ring” an den neuen RF-Objektiven und einer Touchbar am Kameragehäuse bietet die EOS R zwei, zumindest für Canon, neue Bedienelemente. Diese können, wie auch die meisten anderen Bedienelemente der Kamera, individuell angepasst werden. Davon habe ich intensiv Gebrauch gemacht und mehr Informationen dazu gibt es weiter unten in diesem Beitrag.
Das neue RF-Bajonett und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Adaption bestehender Objektive mit EF-Bajonett: Was soll denn bitte an einem neuen Bajonett zum Freuen sein? Schließlich passen die bisher genutzten Objektive nicht mehr ohne Adapter! Hier ist es nun genau die Sache mit dem Adapter, die es so spannend macht für mich. Bestehende Objektive mit EF-Bajonett können über einen Adapter an der EOS R weiterverwendet werden.
Bereits von der EOS-M weiß ich, dass Canon diese Adapterlösungen in einer Qualität bietet, die keine Wünsche offen lässt. Man merkt praktisch nicht, dass man mit einem adaptierten Objektiv arbeitet. Daher machte ich mir auch bei der EOS R überhaupt keine Sorgen in diese Richtung. Für die EOS R bietet Canon neben einem einfachen Adapter (vergleichbar mit dem der EOS-M) noch zwei weitere Adapter an und die sind spannend, sehr spannend. Ein Adapter hat einen Einstellring, wie ihn auch die neuen Objektive mit dem nativen RF-Bajonett haben und der bspw. mit der Belichtungskorrektur oder der Wahl der Blende belegt werden kann. Das ist schon mal ganz nett, wenn man diese Möglichkeit nutzen will. Was mich dann aber wirklich elektrisiert hat, ist der dritte Adapter-Typ, den Canon für die EOS R vorgestellt hat. Wie bereits von den Supertele aus dem Hause Canon bekannt, hat dieser Adapter einen Filtereinschub. Hier können entweder ein Pol-Filter oder ein variabler ND-Filter eingesetzt werden. Damit bieten sich ganz neue Möglichkeiten, vor allem bei Objektiven die eine gewölbte Frontlinse haben und nicht so ohne weiteres mit Filtern versehen werden können, wie bspw. meinem EF 11-24 oder sogar dem EF 8-15 Fisheye. Für mich ist das ein echter Mehrwert, denn damit lassen sich ganz neue Bildideen realisieren.
Nicht zu vergessen ist hier die Möglichkeit, dass ich meine bisher verwendeten und ganz hervorragend abbildenden EF-Objektive ohne Einschränkungen weiter nutzen kann. Die Kamera ist eben nur ein Teil des optischen Systems und was nutzt es mir, wenn die Kamera zwar super tolle Spezifikationen hat, die sich wie der Traum eines Fotografen lesen, es bei den verfügbaren Objektiven aber eher mau aussieht. Insofern hat Canon hier in meinem Augen vieles richtig gemacht, was die Integration der Kamera in den bestehenden EOS-Kosmos angeht.
Endlich wieder ein 24-105 Objektiv: Ich finde es sehr angenehm, in einem durchgehenden Brennweitenbereich zwischen 24 und 105 Millimeter arbeiten zu können, ohne das Objektiv wechseln zu müssen. In meinem zuvor verwendeten Setup waren dazu zwei Brennweitenbereiche vorhanden: 24-70mm und 70-210mm. Gerade im Bereich um 70mm war das oftmals lästig, um nicht zu sagen hinderlich, wenn ich bei rasch wechselnden Motiven zwischen den beiden Objektiven hin- und her wechseln musste. Stattdessen verwende ich jetzt (wieder) ein 24-105mm und ein 100-400mm Objektiv. Theoretisch habe ich das Wechseldilemma jetzt eben bei 100mm. Aus irgend einem Grund bewege ich mich aber deutlich seltener in diesem Bereich und entsprechend weniger trifft mich das.
Praxis-Erfahrungen mit der EOS R
Die Handhabung und Bedienung der Kamera
Ich war sehr gespannt, als ich die Kamera zum ersten Mal in die Hand genommen habe. Schließlich ist sie kleiner geworden als bisherige Canon KB-DSLR. Die Kamera fühlte sich sofort vertraut an. Sie liegt (auch ohne Batteriegriff) gut in der Hand. Der Zeigefinger fällt fast automatisch auf den Auslöser und der Daumen liegt dabei auf dem Modus Wahlrad (Mode-Dial). Die EOS R ist zwar kleiner als bspw. eine EOS der 5er Serie, ich hatte aber trotzdem nicht den Eindruck, eine zu kleine Kamera in der Hand zu halten. Die Erreichbarkeit der umliegenden Knöpfe auf der rechten Kamera-Seite, entweder per Daumen oder per Zeigefinger, ist im ersten Moment ebenfalls gut. Allerdings bediene ich die Kamera meist auf dem Stativ und weniger aus der Hand heraus. Die Kollegen aus der Portrait-Fotografie werden die Ergonomie daher sicher besser beurteilen können.
Ebenfalls gespannt war ich auch auf die beiden neuen Bedienelemente, den “Control-Ring” am RF-Objektiv bzw. am EF-Adapter und die “Touchbar” auf der Rückseite der Kamera. Nach mehreren Wochen intensiver Arbeit mit der EOS R lautet mein Fazit zu den beiden neuen Bedienelementen: “Gut und schön, ohne ging es aber auch!”
Fangen wir mit dem Control-Ring an. Dieser sitzt bei den neuen RF-Objektiven vorne am Tubus. EF-Objektive können mit einem EF/RF Adapter mit integriertem Control-Ring angeschlossen werden. In diesem Fall sitzt der Control-Ring dann kurz vor dem Bajonett am Adapter. Der Control-Ring kann als Steuerelement für einen Belichtungsparameter (Zeit/Blende/ISO) bzw. die Belichtungskorrektur konfiguriert werden. Nun hat die EOS R kein Daumenrad mehr auf der Kamerarückseite, wie wir das bisher von den EOS-Kameras kannten. Damit ist zunächst auch das Standard-Steuerelement für die Belichtungskorrektur nicht mehr vorhanden, denn die lag eben gut erreichbar auf dem Daumenrad. Mit dem Control-Ring kann man, wenn man mag, zwar auch sehr einfach die Belichtungskorrektur vornehmen. Jedoch ist das Bessere bekanntlich der Feind des Guten und nun lässt sich bei der EOS R die Belichtungskorrektur ebenso einfach am Modus-Wahlrad einstellen. Dieses bedient man ebenfalls mit dem Daumen und daher ist das, gerade wenn man von anderen EOS Kameras kommt, deutlich intuitiver. Zudem muß man dazu nicht vor die Kamera greifen, wie das bei dem Control-Ring der Fall ist. Vielleicht ist der Control-Ring ja eine gute Ausweichlösung für die Belichtungskorrektur, wenn man das Modus-Wahlrad mit einer anderen Funktion belegt hat? Falls hier jemand mit liest, der die EOS R verwendet: Lasst doch bitte einen Kommentar hier, wie ihr den Control-Ring verwendet.
Das zweite neue Bedienelement, die Touchbar, lässt sich umfangreicher konfigurieren. Sie kann unterscheiden zwischen “Wischen nach links und rechts”, “Links antippen” und “Rechts antippen”. Gegen versehentliches Betätigen kann die Touchbar gesperrt werden, man muss dann zunächst ca. 2 Sekunden die Touchbar berühren bevor sie aktiv wird. Für einen Schnellzugriff ist diese Sperre eher hinderlich, da sie erst mal eine 2 Sekunden Zwangspause aufbrummt, bevor es mit der Bedienung weiter geht. Ich nutze diese Sperre daher nicht. Canon selbst spricht übrigens keine Empfehlung für die Belegung der Touchbar aus. Die Touchbar ist im Auslieferungszustand der Kamera unbelegt und muss vom Nutzer gezielt mit Funktionen belegt werden. Zunächst habe ich die Touchbar mit verschiedenen Einstellungen zum Weißabgleich versehen, wobei das “Wischen nach links und rechts” einer Verstellung des Weißabgleichs in K entsprochen hat. Ich hielt das zwischenzeitlich für keine so gute Idee, da ich persönlich das Wischen auf der Touchbar als recht unpräzise empfinde. Zumindest muss ich immer ein wenig hin- und herkutschen, bis ich den gewünschten K-Wert dann tatsächlich eingestellt habe. Mit einem Einstellelement mit physikalischer Rastung, wie bspw. einem Einstellrad, geht das bei mir besser. Ich habe mich mittlerweile aber etwas an das Verhalten der Touchbar gewöhnt.
Meine aktuelle Belegung der Touchbar habe ich im folgenden Abschnitt näher beschrieben. Sie passt perfekt in meine Arbeitsweise, die davon geprägt ist, dass ich auf dem Monitor möglichst nur die Informationen sehen sehen will, die ich in diesem Moment brauche.
Abendliches Streiflicht im Pfälzerwald. EOS R + RF 24-105 F/4L
Tastenbelegung + individuelle Konfiguration
Überhaupt ist es mir sehr wichtig, dass mir eine Kamera ohne große Umwege in der Bedienung die Funktionen bietet, die ich zum Fotografieren brauche und mich darüber hinaus möglichst wenig ablenkt. Wenn ich beim Fotografieren abgelenkt werde, sei es durch zu viel Ansprache von Dritten oder weil ich überlegen muss, wie ich die Kamera bedienen soll, dann komme ich aus dem Flow bzw. erst gar nicht hinein.
Hier lässt sich die EOS R umfangreich konfigurieren. Insbesondere die Belegung der Tasten ermöglicht es, die Kamera in vielen Bereichen so anzupassen, dass sie sehr gut zur persönlichen Arbeitsweise passt. Für meine Arbeitsweise habe ich die Tastenbelegung in den folgenden Punkten angepasst (abweichend von der Standardbelegung im Auslieferungszustand):
Movie-Taste als Abblendtaste: Da Filmen keine Rolle für mich spielt, habe ich die Movie-Taste mit der Funktion “Schärfentiefe-Kontrolle” belegt. Das entspricht der Funktion einer Abblendtaste. Dabei wird die Blende im Objektiv auf den eingestellten Arbeitswert geschlossen. Das ist in der Landschaftsfotografie hilfreich bei der Positionierung von Verlaufsfiltern und hilft mir außerdem bei der Ausrichtung der Kamera für einen Sonnenstern. Die Funktion bleibt so lange aktiv, wie die Taste gedrückt wird.
Touchbar (links) – Wasserwaage an/aus: Zur einfachen Kontrolle der Ausrichtung der Kamera auf dem Kugelkopf kann ich über diese Taste die Wasserwaage anzeigen lassen. Die Wasserwaage bleibt nach dem Antippen der Touchbar so lange eingeblendet, bis sie durch erneutes Antippen der Touchbar wieder ausgeblendet wird.
Touchbar (rechts) – Histogram an/aus: Schatten abgesoffen? Lichter ausgebrannt? Noch etwas Luft bzgl. ETTR? All das beantwortet das Histogram auf einen Blick. Deswegen schätze ich die Möglichkeit es direkt einblenden zu können. Das Histogram bleibt ebenfalls nach dem Antippen der Touchbar so lange eingeblendet, bis es durch erneutes Antippen der Touchbar wieder ausgeblendet wird.
Touchbar (Wischen) – Kelvinwert: Obwohl ich in RAW arbeite und den Weißabgleich dadurch nachträglich noch beliebig ändern kann, achte ich bereits bei der Aufnahme darauf den Weißabgleich so einzustellen, dass er zur Szenerie passt und meine Motivaussage unterstützt. Zwar arbeitet der automatische Weißabgleich (AWB) in der EOS R überraschend gut, für mich zählt jedoch die gezielte Wahl des Weißabgleichs mit zu den Überlegungen, die ich bei der Gestaltung eines Bildes anstelle. Die Touchbar bietet mir hier die Möglichkeit diese Funktion rasch im Zugriff zu haben.
Auslöser (halb gedrückt) – nur Belichtungsmessung: Die Trennung von Autofokus-Start und Belichtungsmessung hat weitreichende Auswirkungen auf meine Arbeitsweise. Der Grund liegt in der Belichtungsmessung der EOS R. Bei eingeschaltetem AF gewichtet die EOS R den Bereich um das AF Messfeld stärker bei der Belichtungsmessung. Das ist zwar keine an das AF-Feld gekoppelte Spotmessung, aber immerhin eine Möglichkeit den Bereich im Bild gezielt anzumessen, auf den man die Belichtung legen möchte. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass der AF eingeschaltet ist. Bei ausgeschaltetem AF erfolgt die Mehrfeldmessung ohne diese zusätzliche Gewichtung. Im Auslieferungszustand startet zusammen mit der Belichtungsmessung auch immer der AF. Im günstigsten Fall findet der AF an der Stelle, an der das AF Messfeld sitzt, genug Kontrast für eine Messung. Im ungünstigsten Fall tut er das jedoch nicht und läuft dann, auf der Suche nach Kontrast, in die Unschärfe. Durch die Änderung der Tastenbelegung des Auslösers startet auch bei eingeschaltetem AF nur die Belichtungsmessung – inklusive der gewichteten Messung um das AF Messfeld. Damit kann ich das AF Messfeld komfortabel dazu nutzen, die Mehrfeldmessung gezielt zu gewichten ohne dabei Gefahr zu laufen, dass mir der AF einen Strich durch die Rechnung macht, weil das AF Messfeld gerade in einem sehr kontrastarmen Bereich des Bildes liegt. Hinweis: Hierzu gibt es weiter unten (am Ende des Berichts) ein Update vom 11. August 2019!
Control-Ring – Belichtungskorrektur: Die Belegung des Control-Ring mit der Belichtungskorrektur scheint mir die sinnvollste der angebotenen Optionen. Canon hat in einem der zahlreichen Interviews zur Vorstellung der EOS R angekündigt in einem kommenden Firmwareupdate noch weitere Belegungsoptionen für den Control-Ring anzubieten. Vielleicht ist da ja etwas dabei?
Ausblendung Info-Screens: Mit der Info-Taste kann zwischen verschiedenen Anzeigeoptionen im Display bzw. Sucher (besser: EVF) umgeschaltet werden. Für das Display stehen fünf vordefinierte Anzeige-Layouts bereit, für den EVF immerhin noch drei. Einige dieser Anzeigen bieten so viele Informationen auf dem Screen, dass man kaum noch was vom Motiv sieht. Canon hat bereits bei der EOS M die Möglichkeit eingeführt, nicht benötigte Layouts auszublenden und bestehende Layouts anzupassen. Diese Funktion steht auch bei der EOS R bereit. Davon habe ich Gebrauch gemacht und mir zwei Layouts konfiguriert, die sehr minimalistisch sind, mich aber optimal unterstützen. Ein Layout enthält neben der Anzeige des Fokuspunktes und des Akkustandes nur noch die wesentlichen Informationen zur Belichtung (Zeit/Blende/Iso und Belichtungswaage). Das zweite Layout blendet alles aus und erlaubt mir, mich ablenkungsfrei auf die Bildgestaltung zu konzentrieren. Durch die Belegung der Touchbar kann ich in beiden Layouts bei Bedarf rasch das Histogram oder die Wasserwaage zuschalten. Unabhängig vom Anzeige-Layout habe ich die Drittellinien als Hilfsmittel zur Bildgestaltung permanent eingeblendet.
MyMenu Einträge: Um bestimmte Funktionen rasch im Zugriff zu haben, habe ich mir drei MyMenu-Einträge zusammengestellt, die häufig genutzte Funktionen nach Anwendungsgebieten gruppieren:
MyMenu – Landschaft | MyMenu – Nacht bzw. Langzeitbelichtung | MyMenu – Wiedergabe-Einstellungen |
Adaptierung von Objektiven
Zum Anschluß von Objektiven mit EF-Bajonett stellt Canon gleich drei verschieden Adapter zur Verfügung (siehe oben). Canon nennt die EOS R als vollständig kompatibel mit den hauseigenen EF Objektiven. Das ist auch ganz unspektakulär und das habe ich ehrlich gesagt auch nicht anders von Canon erwartet. Neben meinen Canon EF-Objektiven funktioniert übrigens auch mein Tamron 100-400 Di VC (A035 mit Firmwarestand 2.0) mit EF Bajonett via Adapter, bezogen auf meine Motive, sehr gut an der EOS R.
Die Burgruine Münz an einem Herbstmorgen. EOS R + Tamron 100-400 Di VC.
Dennoch will ich meine folgenden Beobachtungen mit dem adaptierten Tamron Objektiv an der EOS R nicht für mich behalten, auch wenn diese Punkte für Landschaftsmotive weniger ins Gewicht fallen: Da ist zunächst die AF-Geschwindigkeit, die offenbar ein wenig gelitten hat. Der AF ist zwar nicht direkt träge geworden, aber für sich rasch bewegende Objekte sicher nicht mehr gut geeignet. Zum anderen habe ich beobachtet, dass der AF, wenn er die Schärfe nicht sofort findet, vom Schärfepunkt wegläuft und dann im Bereich deutlicher Unschärfe einfach stehen bleibt. Es gibt an der EOS R eine Kameraeinstellung “Schärfesuche wenn AF unmöglich”, die eigentlich genau dieses Stehenbleiben verhindern soll. Jedoch funktioniert das in Verbindung mit dem Tamron nicht zuverlässig.
Die Adapter haben keine optischen Elemente (Linsen) verbaut, sondern entsprechen in der Konstruktion einem Distanzring, der das Auflagemaß anpasst. Die Innenseite der Adapter ist jedoch nicht glatt, sondern mit Lamellen versehen. Genau diese Lamellen habe ich im Verdacht, bei extremen Gegenlichtsituationen Reflexe mit den Linsen des adaptierten Objektivs zu erzeugen. Passiert ist mir das genau einmal, mit dem adaptierten EF 16-35 f/4L. An einer gleichzeitig aufgebauten 5DIV mit gleichem Objektiv konnten diese Fehler bei identischem Bildwinkel nicht beobachtet werden.
Ausschnitt aus dem Bildbereich mit Reflexen | Lamellen im Inneren des EF/RF Adapters |
Wie bei den meisten Reflektionen hat auch hier eine geringfügige Änderung des Bildwinkels die Reflexe komplett verschwinden lassen. Mir ist das bisher nur einmal begegnet. Sollte das wieder auftreten, werde ich versuchen die Ursache näher einzugrenzen. Bis dahin ist es erstmal eine Beobachtung, von der ich selbst noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Unerwähnt lassen wollte ich das an dieser Stelle jedoch nicht.
Fokusierhilfen
Bei meinen Landschaftsaufnahmen lege ich den Fokus oft manuell. Am meisten nutze ich dabei auch an der EOS R den klassischen, bereits vom LiveView der DSLR bekannten, Weg mit der Lupenfunktion in 5x oder 10x Vergrößerung. Zusätzlich kann ich, bei ausreichendem Licht, bei aktivierter Lupenfunktion und gedrückter Abblendtaste grob die Lage der Schärfentiefe beurteilen. Angenehm ist, dass der EVF ebenfalls diese Vergrößerungsmöglichkeit bietet.
Das Fokuspeaking (neu bei der EOS R im Vergleich zu den bisherigen EOS DSLRs) nutze ich kaum. Ich habe den Eindruck, dass ich mit der 10x Vergrößerung den Fokus präziser (pixelgenauer) setzen kann, als das mit dem Peaking möglich ist. Eine Hilfe wäre es, wenn das Peaking auch bei der Lupenfunktion zur Verfügung stehen würde. Leider ist das nicht der Fall, ich hoffe hier auf ein Software-Update von Canon.
Als weitere Fokusierhilfe bietet die EOS R den sogenannten “Fokusassistent”. Das ist eine Anzeige im Display, die beim manuellen Fokussieren in der Form unterstützt, dass sich zwei Pfeile gegenseitig nähern und sich dann überlappen, wenn auf den ausgewählten Bereich scharfgestellt ist. Zusätzlich wird dann die Anzeige grün. Nun ist es so, dass dieser Assistent nur dann funktioniert, wenn er auch ausreichend Kontrast in dem Bereich findet, den er überwachen soll. In diesem Fall kann man aber auch gleich den AF nutzen, sofern das Objektiv darüber verfügt. Bei rein manuell zu fokussierenden Objektiven bietet der Fokusassistent tatsächlich einen Mehrwert, zumindest so lange man nicht TS-E (Tilt/Shift) Objektive verwendet. Bei diesen Objektiven arbeitet der Fokusassistent bei genutzter Tilt-Funktion nicht korrekt. Hier ist dann wieder die Sache mit der 10x Lupe gefragt.
Nachtrag/Ergänzung: Der Fokusassistent funktioniert nur mit Objektiven, die elektronisch angesteuert werden können (wie bspw. die Zeiss Objektive mit ZE-Bajonett). Bei ausschließlich mechanisch adaptierten Objektiven (bspw. M42) steht diese Funktion nicht zur Verfügung.
Bildqualität und Bearbeitung der RAW Dateien der EOS R
Meine Bilder entwickle ich aus den RAW-Files mit Adobe Lightroom. Es dauert nach Erscheinen eines neuen Kameramodells in der Regel immer ein wenig, bis die RAW-Konverter mit den Files der neuen Kamera umgehen können. Bei der EOS R hat Adobe hier sehr schnell ein Update für Lightroom geliefert, mit dem die RAW-Files der EOS R verarbeitet werden können. Das finde ich einerseits gut, weil die Kunden nicht lange warten mussten. Andererseits hätte ich mir eine etwas gründlichere Qualitätskontrolle seitens Adobe gewünscht. Dann wäre sicher auch aufgefallen, dass Lightroom den Weißabgleich der RAW Files für die EOS R durchgehend ca. 1500K bis 2500K zu warm interpretiert. Ein Fix für dieses Problem ist, nach Auskunft von Adobe, mit dem nächsten LR-Update geplant. Bis dahin muss ich den Weißabgleich nach dem Import von Hand korrigieren. Das ist zwar lästig, aber kein Beinbruch.
Die Saarschleife zum Sonnenaufgang.
EOS R + RF 24-105 F/4L, Panorama aus Hochformat-Aufnahmen zusammengesetzt in Adobe Lightroom.
Der Sensor in der EOS R ist nahezu identisch mit dem Sensor der EOS 5D Mark IV. Canon bezeichnet ihn als “Weiterentwicklung”. Technisch mag dies stimmen, in der Bildqualität wird man keinen nennenswerten Unterschied zwischen beiden Kameras finden. Banding oder gar grüne Streifen beim starken Anheben von Belichtung und/oder Schatten konnte ich bisher keine feststellen. Ich orientiere mich hier aber auch nur an dem was für mich praxisrelevant ist und da konnte ich bisher selbst bei einem extremen Motivkontrast keine Probleme entdecken.
Zur Veranschaulichung ein Vorher/Nachher-Vergleich. Links ist das unbearbeitete Bild, rechts ist das Bild was in Lightroom mit den folgenden Werten korrigiert wurde: Belichtung+1,00 / Kontrast+100 / Lichter-100 / Tiefen+100 / Schwarz+100
Diese Bearbeitung ist sicher ein Extremfall, der bei sorgfältigerer Belichtung nicht so ausgefallen wäre. Dennoch zeigt dieses Beispiel, dass die EOS R deutliche Reserven im RAW-File mitbringt, die gut genutzt werden können.
Ebenso vergleichbar zur 5D Mark IV sind die High-Iso Eigenschaften der EOS R. Hier kann ich, beispielsweise wenn es sehr windig ist, bei Bedarf problemlos mit der ISO nach oben gehen um eine ausreichend kurze Verschlußzeit zu erreichen, damit keine störende Bewegungsunschärfe auftritt:
Sonnenblumen Anfang November bei Zweibrücken.
EOS R + EF 16-35 F/4L – Aufnahme mit ISO3200.
Akkus/Fremdakkus
Auch beim Thema “Stromversorgung” integriert sich die EOS R gut in bestehende EOS Systeme. Die EOS R nutzt mit den LP-E6 bzw. LP-E6N Akkus, dieselben Stromquellen, die ich auch schon für meine 5DsR und zuvor die 5DIII genutzt habe. Es sind also reichlich Akkus vorhanden, darunter auch zwei preiswerte Nachbau-Akkus von Amazon, die bereits in meinen zuvor genutzten 5er Modellen gut funktioniert haben. Die EOS R kommt mit diesen Nachbauten ebenfalls problemlos zurecht.
Was den Stromverbrauch angeht, habe ich nur den Vergleich zum LiveView-Betrieb der EOS 5DsR. Dort werden aber wesentlich mehr Pixel ausgelesen und deswegen ist der Vergleich sicher nicht fair. So ist es einfach nur eine Feststellung, wenn ich hier schreibe, dass der Akku im Liveview bei der 5DsR früher zur Neige ging, als das bei der EOS R der Fall ist. Eine Angabe in “Bildern pro Akkuladung” ist in der Landschaftsfotografie eher weniger aussagekräftig, da dort deutlich mehr Zeit mit “Gestaltung” und “Warten auf Lichtänderungen” verbracht wird, als in anderen Bereichen, bei denen in kürzerer Zeit mehr Aufnahmen enstehen. Vielleicht dient es als ungefährer Anhaltspunkt, wenn ich hier schreibe, dass ich mit der EOS R mit einem Akku problemlos über einen Morgen komme, während das bei der EOS 5DsR schon mal knapp werden konnte.
L-Winkel
Viele Landschaftsfotografen, mich eingeschlossen, schätzen einen L-Winkel zur Befestigung der Kamera auf der Schnellwechseleinheit. Für den Quasi-Standard, das “Arca-Swiss” Schwalbenschwanz-Profil, gibt es von vielen Herstellern verschiedene Angebote. Einige Anbieter haben dabei speziell auf die Kamera angepasste L-Winkel im Sortiment. Diese kameraspezifischen L-Winkel berücksichtigen die Lage des Akkufachs und der Anschlüße an der Kamera bestmöglich, sind aber ein gutes Stück teurer, als die nicht-kameraspezifischen L-Winkel, bei denen man u. U. Kompromisse eingehen muss im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Akkufach und Anschlüssen. Für die EOS R sind Stand heute (November 2018) noch keine kameraspezifischen L-Winkel lieferbar, die einschlägigen Hersteller arbeiten alle noch daran. Da ich auf die Vorteile eines L-Winkels aber nicht verzichten wollte, habe ich beschlossen, an der EOS R zunächst einen nicht-kameraspezifischen L-Winkel zu nutzen und mich entsprechend umgesehen.
Vom Preis/Leistungsverhältnis unschlagbar dürfte hier der L-Winkel von Mengs sein. Er überzeugt durch eine gute Verarbeitung und ist mit einem Preis von knapp über zehn Euro schon fast unverschämt günstig. Leider passte der Mengs L-Winkel nicht gut in meine RRS (Really Right Stuff) PC-LR Schnellspannklemme. Das Mengs-Profil scheint minimal breiter zu sein als Really Right Stuff dies vorsieht, weswegen sich die Spannvorrichtung in der RRS PC-LR nur mit sehr viel Kraft schließen lässt. Meine Wahl fiel daher auf den 3 Legged Thing QR11-LC L-Winkel. Dieser L-Winkel kostet dann zwar schon knapp 50 Euro, er passt aber deutlich besser in die RRS PC-LR Schnellspannklemme. Hier zeigte sich wieder einmal, wie wichtig es sein kann, einen gut sortierten Fachhändler vor Ort zu haben. So konnte ich vor dem Kauf bei DigitFoto prüfen, wie gut das 3 Legged Thing – Profil in die Really Right Stuff – Klemme passt.
Ein Hinweis in diesem Zusammenhang: In einer Schnellwechselklemme, die mit einer Schraubspindel geschlossen wird, wird dieser Unterschied überhaupt nicht auffallen. Eine Schnellspannklemme ist jedoch viel kritischer, was die Maßhaltigkeit des Klemmprofils angeht.
Der 3 Legged Thing QR11-LC L-Winkel passt, was die Bedienmöglichkeiten der Kamera angeht, recht gut an die EOS R. Wichtig ist dabei, dass man den L-Winkel bei der Befestigung so am Boden der Kamera ausrichtet, dass das Akkufach noch ausreichend weit für einen Akkuwechsel geöffnet werden kann. Achtet man darauf, bleibt links an der Kamera ca. 1,5 cm Luft zwischen den Anschlüssen auf der Gehäuseseite und dem Hochformat-Profil des L-Winkels. So lässt sich auch die Buchse des Fernauslösers gut erreichen, was bei direkt anliegendem L-Winkel nicht der Fall wäre. Das Display kann vollständig zur Seite geklappt werden ohne dabei am L-Winkel anzustoßen. Um es zu drehen, muss man es aber wieder etwas anwinkeln, da ist dann doch der Hochformat-Teil des L-Winkels im Weg.
Montage des QR11-LC an der EOS R.
Weiteres Zubehör
GPS: Die EOS R bietet kein GPS on-board. Stattdessen kann sie entweder via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden und von dort GPS-Daten beziehen. Wie das genau geht, habe ich noch nicht rausgefunden, das mache ich irgend wann einmal im Winter wenn gerade kein Fotowetter ist. Da sie dann aber ziemlich sicher den Akku des Smartphone mit GPS-Abfragen belastet, finde ich das per se nicht sonderlich elegant. Statt dessen nutze ich die zweite Möglichkeit mit dem Canon GP-E2 GPS-Empfänger, der einfach auf den Blitzschuh der Kamera gesetzt wird und die GPS-Daten direkt ins RAW schreibt. Das kenne ich bereits von der EOS 5DsR wo ich mit dieser Lösung schon sehr zufrieden war. Leider wird an der EOS R, warum auch immer, nicht die Blickrichtung (Ausrichtung der Kamera) in die RAW-Files geschrieben. Bei der EOS 5DsR war dies noch der Fall. Ich würde mich freuen, wenn Canon hier mit einem Firmwareupdate (sei es für die EOS R oder den GP-E2) nachbessern würde.
Fernauslöser: Die EOS R nutzt den kleineren Fernauslöseranschluß vom Typ E3 (die großen EOS DSLR nutzen den Typ N3) und damit den gleichen Anschuß wie ihn auch die kleineren EOS DSLR und die EOS M5 nutzen. Der passende Auslöser ist der Canon RS-60 E3 und der wirkt zugegebener Maßen etwas spielerisch im Vergleich zum RS-80 N3 der größeren EOS Kameras. Das Gute daran ist: Er kostet als Canon-Originalteil unter 20 Euro und wer, wie ich, im Jahr mindestens einen Fernauslöser verschleißt, wird sich über die Ersparnis gegenüber dem wesentlich teureren RS-80 N3 freuen. Die EOS R bietet auch einen Touchauslöser, der beim Antippen des Displays reagiert. Kombiniert man diesen mit dem Selbstauslöser mit 2 Sekunden Vorlauf, kann man auch ohne Kabelfernauslöser die Kamera praktisch erschütterungsfrei auslösen.
In diesem Zusammenhang noch ein weiterer Tip: Wenn man eine Belichtungsreihe (Bracketing) macht und dabei möchte, dass einmal Auslösen genügt um alle Aufnahmen der Belichtungsreihe zu machen, sollte man ebenfalls den Selbstauslöser mit 2 Sekunden Vorlauf nutzen.
Kameragurt: Auch an der EOS R nutze ich die genialen Kameragurte von PeakDesign. Das mittlere Modell ‘Peak Design Leash‘ passt m.E. sehr gut zur EOS R.
Herbstnebel steigen aus dem Pfälzerwald. EOS R + Tamron 100-400 Di VC
Was mir an der EOS R bisher fehlt
Es sind eigentlich nur Kleinigkeiten, die ich an der EOS R vermisse bzw. einfach noch gerne hätte. Da ist zunächst der Nachtmodus, wie ihn bereits die EOS M5 hat. Dahinter verbirgt sich ein Umschalten der Menüanzeigen auf einen Rot-Ton, zusammen mit einer deutlichen Reduzierung der Helligkeit des Displays. Bei Nachtaufnahmen wird dadurch die Dunkeladaption des Auges weit weniger gestört, wie dies mit dem bunten, hellen Licht der normalen Displayanzeige der Fall ist.
Den nächsten Punkt kenne ich ebenfalls von der EOS M5. Dort habe ich die Möglichkeit zu schätzen gelernt, den Touch-Auslöser einer individuellen Taste zu zuordnen. Damit kann ich ihn gezielt an/aus zuschalten, ohne versehentlich eine Aufnahme auszulösen.
Die EOS R hat kein Moduswahlrad, wie bspw. die 5er-Reihe der Canon DSLR. Stattdessen wird nun auch im ausgeschalteten Zustand der Kamera, aber bei eingelegtem Akku, der gewählte Modus auf dem oberen Display der Kamera angezeigt. Irgendjemand bei Canon ist der festen Auffassung, dass der Benutzer auch bei ausgeschalteter Kamera unbedingt wissen muss, welcher Modus zuletzt gewählt war. Ich finde das recht sinnfrei, zumal es auch nicht wirklich so wichtig sein kann, denn die Top-Modelle aus dem Hause Canon, die Kameras der 1er Reihe, verfügen ebenfalls nicht über ein Moduswahlrad und zeigen den eingestellten Modus bei ausgeschalteter Kamera konsequenter Weise auch nicht an. Mich stört diese Anzeige bei der EOS R nicht wirklich, jedoch könnte ich mir sinnvollere Informationen vorstellen, beispielsweise die Anzeige des Akkustands im ausgeschalteten Zustand.
Dann ist da noch eine Sache mit dem neuen RF Bajonett, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass noch keiner der Ingenieure versucht hat bei widrigen Außenbedingungen den Gehäusedeckel (Bajonettdeckel) aufzusetzen. Beim EF Bajonett konnte man den Bajonettdeckel einfach auf das Bajonett auflegen und spätestens nach einer drittel Umdrehung (120°) hat der Deckel in das Bajonett gegriffen und das Gehäuse verschlossen. Beim neuen RF Bajonett geht das jetzt nur noch in genau einer Position. Man muss also den Deckel schon exakt aufsetzen, damit er in das Bajonett greift. Das macht es nicht unbedingt leichter, wenn man im Freien arbeitet. Ich finde das jedenfalls störend.
Mein erstes Fazit
Nach ca. einem Monat intensiver Arbeit mit der EOS R hat sich die Kamera in sehr vielen Punkten als nahezu ideal für meine Arbeit in der Landschaftsfotografie erwiesen. Die Einbindung in mein bestehendes EOS System ist dabei ebenso von Vorteil, wie die Möglichkeit der Anpassung der Kamera an eigene Erfordernisse. Das eine oder andere interessante Feature an der Kamera wartet sicher noch darauf entdeckt zu werden. Vielleicht bringt auch ein Firmwareupdate neue Funktionen (Hallo Canon, Nachtmodus bitte!). In Summe macht es mir richtig Spaß mit der EOS R zu arbeiten und viel mehr will ich auch gar nicht von einer Kamera.
Diesen Beitrag werde ich ggf. ergänzen, wenn ich weitere Punkte für erwähnenswert halte. Ansonsten hoffe ich, allen Interessierten mit ein paar Informationen aus der Praxis meiner Landschaftsfotografie geholfen zu haben.
Wenn ihr Anregungen oder Fragen habt, würde ich mich freuen, wenn ihr die Kommentarfunktion unter diesem Blogbeitrag nutzt.
Danke fürs Lesen!
Michael
Update 9. Dezember 2018:
Der Fv-Modus – und jetzt macht auf einmal auch der Control-Ring viel mehr Sinn!
Gerade war ich für vier Tage an der Küste Portugals zur Landschaftsfotografie und hatte die EOS R als Hauptkamera dabei. Neben den klassischen Landschaftsmotiven, die ich vorwiegend mit Blendenvorwahl (Zeitautomatik im Programm Av) und vorgegebener ISO fotografiere, waren hier auch Motive dabei, die weniger statisch sind und etwas mehr Dynamik im Bild zeigen sollten. Dazu war es erforderlich, sowohl die Zeit als auch die Blende vorzugeben und über die Varianz des ISO-Wertes die Belichtung zu regeln. Der konventionelle Weg, wie man ihn bisher von Canon DSLRs kannte, wäre ein Umschalten in den M-Modus gewesen, dort die Zeit und Blende vorzugeben und zusätzlich in den Settings der Kamera die ISO auf Automatik zu setzen. Ein hin- und her Schalten zwischen diesen Einstellungen und dem Av-Programm erfordert also immer ein paar Handgriffe und mal rasch Umschalten geht nicht so einfach (außer man legt sich das auf verschiedene Custom Mode, C1 bis C3, die dann aber wieder für andere Einstellungen wegfallen).
Die EOS R bietet hier mit dem Modus Fv einen ganz neuen Ansatz in der Welt der Canon-Kameras. In diesem Modus können die drei belichtungsrelevanten Parameter ‘Zeit’, ‘Blende’ und ‘ISO’ frei geändert werden. Damit verhält sich die Kamera zunächst wie im rein manuellen M-Modus. Das besondere dabei ist aber, dass jeder dieser Parameter auch auf ‘Auto’ gesetzt werden kann. Eine beliebige Kombination der Parameter mit ‘Auto’ oder fest vorgegebenem Wert ist möglich. Somit lassen sich, neben einer Zeit- und Blendenautomatik (Av und Tv), auch eine ISO-Automatik einstellen, bei der sowohl Zeit, als auch Blende fest vorgegeben werden. Die Anwahl eines zu ändernden Parameters geschieht im Fv-Modus über das Modus Wahlrad mit dem Daumen, während der jeweilige Wert dann mit dem Zeigefinger an dem Einstellrad hinter dem Auslöser ausgewählt wird.
Eine Belichtungskorrektur ist im Fv-Modus ebenfalls möglich und erfolgt immer über die Werte, die über eine ‘Auto’-Einstellung ermittelt werden. Es muss dazu also mindestens einer der drei Belichtungsparameter auf ‘Auto’ stehen. Ein direkte Auswahl der Belichtungskorrektur mit dem Daumen über das Moduswahlrad ist jetzt allerdings nicht mehr möglich. Die Veränderung der Belichtungskorrektur erfolgt statt dessen wie die Änderung der anderen Belichtungsparameter im Fv-Modus, also durch Anwahl der Belichtungskorrektur mit dem Modus-Wahlrad und anschließender Werteauswahl mit dem Einstellrad hinter dem Auslöser.
Gerade wenn man sich in rasch ändernden Motiv- und Lichtsituation befindet und entsprechend häufig zwischen der Wahl eines Belichtungsparameters und der Belichtungskorrektur umschalten muss, ist der Umweg über das Modus-Wahlrad sicher nicht ideal. An dieser Stelle kommt dann der Control-Ring ins Spiel, mit dem ich Eingangs noch nicht so recht etwas anzufangen wusste (siehe oben). Entsprechend konfiguriert, kann ich über den Control-Ring direkt die Belichtungskorrektur auswählen, ohne erst mit dem Modus-Wahlrad den ausgewählten Belichtungsparameter zu verlassen. So passt das natürlich sehr gut zusammen und ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass die Leute bei Canon das genau so im Blick hatten, als sie das Bedienkonzept der EOS R entworfen haben.
Erde, Feuer, Wasser und Luft and der Küste Portugals. EOS R + Tamron 100-400 Di Vc.
Fv-Modus als ISO-Automatik: Zeit und Blende sind vorgegeben, die Belichtung wird über den ISO-Wert geregelt.
Mit dem Fv-Modus hat Canon einen neuen Modus eingeführt, der auf den ersten Blick zwar unscheinbar wirkt, in meinen Augen aber das Potential hat, die Modi Av, Tv, M und P komplett zu ersetzen. Ich bin sehr angetan davon wie das funktioniert, gerade auch im Zusammenspiel mit dem Control-Ring zur Belichtungskorrektur.
Update 11. August 2019:
Automatische Vergrößerung bei manueller Nachfokusierung
Eine pfiffige Funktion verbirgt sich in den Tiefen der AF-Einstellungen der EOS R. Da der AF für meine Arbeit nicht kritisch ist, schenke ich ihm tendenziell eher wenig Beachtung, deswegen habe ich diese Funktion wohl auch die ganze Zeit übersehen. Es handelt sich um die automatische Vergrößerung (10x-Lupe) bei manueller Nachfokusierung.
Was hat es damit auf sich? Man stelle sich vor, der AF greift nicht genau auf den Punkt, auf den man die Schärfe legen will, sondern erfasst (warum auch immer) einen Bereich der vor oder hinter dem gewünschten Fokuspunkt liegt. Will man den Fokus von Hand präzise korrigieren, muss man in die 10x-Lupe wechseln. Dies geschieht durch einmal Drücken der Messfeld-Wahltaste und anschließendes zweimaliges Drücken der Info-Taste. So weit, so gut.
Deutlich angenehmer und vor allem schneller, geht es (zumindest bei Verwendung von RF Objektiven) mit der abgebildeten Einstellung, die sich im Menu “AF”, Tab 4, erster Eintrag befindet.
Ist diese Einstellung aktiviert, genügt bei aktiviertem AF (in meinem Setup also bei gedrückter AF-On Taste) ein Dreh am Fokusring des Objektivs und das Display wechselt direkt in die 10x-Lupe am aktiven Fokuspunkt. Der AF stoppt dann und springt erst wieder an, wenn ich die AF-On Taste loslasse und erneut drücke. Das macht auch absolut Sinn, denn sonst würde er gegen meine manuelle Korrektur arbeiten. Ein Loslassen der AF-On Taste bewirkt auch den Rücksprung aus der 10x-Lupe in die Vollbildansicht auf dem Display.
Wie bereits angedeutet gibt es hier eine Einschränkung: Diese Funktion steht offensichtlich nur in Verbindung mit RF-Objektiven zur Verfügung. Weder mit adaptierten Canon EF-Objektiven, noch mit einem adaptierten Tamron Objektiv mit EF Anschluß konnte ich diese Funktion nutzen.
Für mich ist das ein weiterer Baustein in der individuellen Anpassung der EOS R auf meine Arbeitsweise.
Update 6. Oktober 2019:
Akku in der Kamera laden
Es wurde bereits bei der Vorstellung der EOS R, irgendwo im Kleingedruckten, darauf hingewiesen: Die EOS R erlaubt es, bei Bedarf den Akku direkt in der Kamera zu laden. So weit, so gut. Bisher brauchte ich das nicht bzw. kannte ich diese Möglichkeit nur von Sony-Kameras und da auch nur vom Hörensagen. Ich beschäftige mich mit diesen Sachen eben erst dann, wenn es auch für meine Arbeit wirklich relevant wird und dann teile ich diese Infos aus der Praxis auch gerne mit meinen Lesern, wie dies hier der Fall ist.
Möglichst leicht unterwegs
In diesem Fall war es eine Reise, bei der die Fotografie ausnahmsweise einmal nicht an erster Stelle stand. Es war also nicht damit zu rechnen, dass ich jeden Abend mehrere Akkus laden musste. Ebenso hatte ich mein MacBook Pro dabei, was über ein ausreichend starkes USB-C Ladegerät verfügt. Warum also nicht auf die Mitnahme eines eigenen Ladegerätes für die Kamera-Akkus verzichten? Das funktionierte sehr gut.
Smartes Lade-Backup für Fotoreisen
Für “richtige” Fototrips, bei denen die Fotografie im absoluten Vordergrund steht und sich alles andere diesem Ziel unterordnet, habe ich natürlich nach wie vor ein eigenständiges Ladegerät für meine Kamera-Akkus dabei. Aktuell nutze ich dazu den Hähnel Pro Cube 2. Mit dem USB-C Netzteil meines MacBook Pro habe ich ein ideales Backup dabei, für den Fall, dass mein Akku-Ladegerät einmal ausfallen sollte.
Das Kleingedruckte: Was ist zu beachten, damit das tatsächlich funktioniert?
- Das USB-C Ladegerät muss den “Power Delivery” (PD) Standard unterstützen. → Das USB-C Ladegerät meines MacBook Pro tut dies!
- Der Akku ist ein Original Canon LP-E6N (Wichtig ist hier der Zusatz ‘N’. Bei älteren LP-E6 funktioniert es nicht)
- oder der Akku ist ein tatsächlich kompatibler Nachbau zu den LP-E6N (Hier sollte man unbedingt vorher prüfen ob das auch wirklich der Fall ist)
Sind diese Punkte erfüllt, kann der Akku direkt in der Kamera geladen werden. Die Ladegeschwindigkeit ist dabei geringfügig langsamer, als das im Original Ladegerät von Canon der Fall ist.
Update 12. November 2019:
Wetterfestigkeit
Bezüglich der Wetterfestigkeit der EOS R habe ich bisher nur wenige verlässliche Informationen gefunden. Canon selbst macht auch keine detaillierten Angaben dazu und auch keine, die einen Vergleich zu anderen Kameras zulassen. Bisher konnte ich nur eigene Erfahrungen zu meinen Canon DSLR-Kameras der 1er und der 5er Reihe, sowie mit den EOS-M Kameras sammeln. Während die DSLRs immer mehr aushielten als ich (lies: bevor die Kamera aufgab, habe ich zusammengepackt), sah man der EOS-M 5 bereits auf den ersten Blick an, dass man da besser keine all zu großen Experimente eingeht, was das Thema “Regen” betrifft. Es blieb die durchaus spannende Frage, wo sich hier die EOS R einreihen wird. Was man immer mal wieder hörte, waren Berichte, nach denen der EVF (bzw. das Glas davor) von Innen beschlagen sein soll, nachdem die Kamera sehr feucht wurde. In nebelnasser Umgebung, bei leichtem Regen und/oder Gischt vom Wasserfall konnte ich das bisher nicht beobachten, die EOS R hat hier keine Problem gezeigt.
Die EOS R im Schneetreiben im Nordspanien
Als ich vor wenigen Tagen in den Bergen Nordspaniens im Schneegestöber fotografierte, sah es dann schon etwas anders aus: Dicke, Nasse Flocken setzten sich auf der Kamera ab und zeitweise war die Kamera mit einem schmelzenden Schneematch überzogen. Hier war dann nach einer knappen viertel Stunde unter diesen Bedingungen tatsächlich der EVF (bzw. das Glas davor) von innen beschlagen. Das bestätigt die Beobachtungen anderer Fotografen, die ebenfalls von diesem Problem berichtet haben. Der Rest der Kamera funktionierte auch unter diesen Bedingungen einwandfrei und da ich sowieso fast ausschließlich über das große Display fotografiere, hat mich das in dem Moment nicht weiter gestört. Aufnahmen über den EVF (bspw. Tiere) wären in dieser Situation jedoch nicht mehr sinnvoll möglich gewesen. Das sollte man wissen.
Tip: Monitor abtrocknen
Die Bedienung der EOS R über den Touchscreen ist gut gelungen, ich habe mich daran gewöhnt und nutze bspw. gerne die Möglichkeit durch Antippen den Fokuspunkt zu setzen. Konzeptbedingt ist Nässe aber der Feind eines Touchscreens. Die Eingaben werden unpräzise bis unmöglich. Hier hilft es den Monitor mit einem Microfasertuch trocken zu wischen. Dabei interpretiert der Monitor die Wischbewegungen mit dem Tuch jedoch als Berührung und verschiebt entweder den Fokuspunkt oder macht sonst irgend etwas “sinnvolles”, was gerade an der aktuellen Touch-Position angeboten wird.
Um das zu vermeiden, gibt es einen ganz einfachen Trick: Man hält mit dem Daumen den Helligkeits-Sensor unter dem EVF zu. Die Kamera denkt, sie wird ans Auge gehalten und schaltet vom Monitor auf den EVF um und damit den Monitor aus. Jetzt kann man den Monitor trocken wischen ohne dabei etwas versehentlich zu verstellen. Abschließend einfach den Daumen wieder vom Sensor weg nehmen und der Monitor ist wieder aktiv.
Habt Ihr auch Erfahrungen und Tips aus dem Umgang mit der R in der Praxis? Schreibt einen Kommentar dazu!
Update November 2022:
Upgrade zur EOS R5
Keine Kamera fühlte sich bisher so auf meine Bedürfnisse zugeschnitten an, wie die EOS R. Die Auflösung von 30MP sind für mich so etwas wie der Sweetspot, was die Auflösung angeht. Mit dem Dynamikumfang komme ich sehr gut klar und die Bildqualität ist ausgezeichnet. Dazu erlaubt mir die Konfigurierbarkeit der Kamera eine (fast) maßgeschneiderte Belegung der Tasten und damit eine auf meine Anforderungen hin optimierte Bedienung der Kamera. Wirkliche Schwächen hat die EOS für meine Anwendungen keine und das führte schließlich dazu, dass ich mit der EOS R auch mehr als vier Jahre nach ihrem Erscheinen immer noch so gerne arbeite, wie am ersten Tag.
Selbstverständlich gab es in neueren Modellen des R-Systems einige Verbesserungen und hinzugekommene Funktionen, über die ich mich in der EOS R ebenfalls gefreut hätte. Rein auf dem Papier ist hier die EOS R5 die Kamera, in der sich die meisten für mich relevanten Verbesserungen und Funktionen finden. Einen Wechsel zur EOS R5 zog ich bisher jedoch nicht in Betracht. Mit der EOS R war ich so zufrieden, dass es mir den notwendigen Aufpreis einfach nicht wert gewesen wäre. Statt dessen fand sich eine zweite EOS R als Reservebody bei mir ein, den ich aber nie brauchte, einfach weil die EOS R zuverlässig funktionierte.
Es wäre sicher auch bis auf weiteres dabei geblieben, dass ich glücklich und zufrieden mit der EOS R meine Landschaftsaufnahmen mache, gäbe es nicht Händler wie Martin und Peter Achatzi und Freunde wie Katrin.
Katrin hat neben der Landschaftsfotografie auch einen Faible für Tierfotografie und ist dadurch (Stichwort AF) vor einigen Monaten bei der EOS R5 gelandet. Sie ist, eigentlich wie jeder andere, den ich kenne und der die R5 nutzt, sehr begeistert von dieser Kamera. Jedenfalls bekam ich von Katrin eine WhatsApp Nachricht mit einem Screenshot zu dem Blackfriday-Angebot von Foto-Achatzi, mit der (sinngemäßen) Bemerkung: “Also wenn davon noch zusätzlich die 400 Euro Cashback aus der Canon Winter-Promotion abgehen ist das wirklich sehr günstig!” Das klang fast zu gut und ich fing an zu überlegen, wie das wohl wäre, wenn ich meine unbenutzte Reserve-R in Zahlung geben würde. Ein kurzes Telefonat mit Martin Achatzi brachte Klarheit: Der Cashback geht tatsächlich noch zusätzlich von dem Black-Friday Preis ab und meine unbenutzte Reserve-R könnte für einen sehr fairen Kurs in Zahlung genommen werden. Damit sah die Rechnung schon ganz anders aus und der Aufpreis stand für mich in einem akzeptablen Verhältnis zu dem, was ich an Nutzen und Funktionalität gegenüber der EOS R dazu bekomme.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Flieger zurück aus Portugal und die R tritt im Handgepäckfach über mir die Rückreise von ihrer letzten aktiven Fototour an. Zu Hause liegt das Paket mit der R5, die ich künftig nutzen werde. Die R wird jedoch als Reservekamera bei mir bleiben und wenn ich sie tatsächlich einmal in dieser Funktion brauchen sollte, weiß ich, dass ich mich nicht mit einem Kompromiss begnügen muss, sondern eine Kamera zur Verfügung habe, mit der ich nach wie vor perfekt arbeiten arbeiten kann.
Auf zu neuen Ufern. Die Brücke der 25. April im Abendlicht. Aufnahme von der letzten Fotoreise mit der EOS R.
Danke fürs Lesen! Meine Eindrücke mit der EOS R5 werde ich in einem kommenden Blog-Beitrag vorstellen.
Hallo Michael,
bin gerade durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und habe sehr interessiert angefangen zu lesen. Bin gerade bei Deinen Umstieg von Spiegel zu Spiegellos und habe, obwohl mit Nikon unterwegs, ähnliche Erfahrungen gemacht. Bin ebenfalls von den neuen Systemkameras begeistert, vor allem von den neuen Objektiven. Ohne mich hier wichtig machen zu wollen, falls es Dich interessiert habe ich hier meinen Blog dazu:
https://liebke-foto.de/maerkischeslicht/von-nikon-d800-auf-z7/
Viele Grüße vom Frank
PS: Muss jetzt unbedingt weiterlesen… 😀
Hallo Frank,
Danke für Deinen Kommentar und den Link zu Deinem Beitrag. Der ist sehr schön und interessant zu lesen und die Bilder gefallen mit richtig gut!
Liebe Grüße,
Michael
Danke Michael, dasselbe kann ich zu Deiner Website und Deinen Bildern sagen. Gefallen mir sehrgut.
Liebe Grüße vom Frank
Hallo Michael, habe die R erst ein paar Tage. Nun bin ich über deinen Bericht gestolpert. Finde ihn richtig gut. Habe das gleiche Problem wie Frank. Belegung der Touchbar. Histogramm passt, Wasserwage nicht verfügbar. Vielleicht kannst du mir einen Tipp geben. Mach weiter so, und vielen Dank. Lg Tom
Hallo Tom,
wenn die Wasserwaage nicht verfügbar ist bzw. überhaupt nicht angezeigt werden kann, liegt das meist daran, dass die Gesichtserkennung beim AF eingeschaltet ist. Schau mal bitte nach, ob das der Fall ist und deaktiviere die ggf. dann sollte es gehen.
Grüße + viel Spaß mit der R,
Michael
Hallo Michael,
auch wenn der Blogeintrag nun schon älter ist, ich habe ihn erst kürzlich gefunden und finde ihn sehr interessant. Wirklich toll geschrieben und genau auf Fotografen Bedürfnisse abgezielt.
Ich habe mir jetzt auch eine EOS R gekauft. Viele Deiner Konfigurationen machen auch für mich Sinn und so bin ich froh, dass Du die hier teilst.
Hast Du Deine EOS R noch oder hast Du schon aufgerüstet zur R6 oder R5?
Ich habe ein Problem mit den Einstellungen zur Sucher-Info Anzeige und der Belegung der Touchbar mit Waage links und Histogramm rechts.
Für den EVF habe ich mir Bildschirm 1 und Bildschirm 2 eingerichtet. Bildschirm 2 soll lediglich das Histogramm zusätzlich zeigen. Das Problem: Während ich in den EVF schaue kann ich mit der Info Taste nicht zwischen Bildschirm 1 und 2 umschalten. Zusätzlich erhalte ich die Meldung im EVF, dass die Funktion nicht verfügbar wäre, wenn ich auf der Touchbar rechts das Histogramm einblenden möchte. Meine Firmware ist 1.8.0.
Habe ich noch irgendeine Einstellung übersehen?
Hallo Frank,
es freut mich sehr, dass der Beitrag für Dich hilfreich ist. Meine R nutze ich nach wie vor. Ich bin so rundum zufrieden damit für meine Landschaftsfotografie, dass ich mir im Dezember eine zweite R als Backup-Body gekauft habe. Ich bin ebenfalls auf FW stand 1.8.0. Allerdings nutze ich den Sucher kaum und so musste ich eben erst mal nachschauen, ob das von dir angesprochene Verhalten bei mir ebenfalls auftritt. Das ist aber nicht der Fall, hier geht alles, wie es soll mit dem umschalten des Suchers über die Info-Taste. Die Ursache muss also irgendwo im Zusammenspiel der Konfigurationseinstellungen liegen. Schriftlich wird das wohl nur recht umständlich zu lösen sein. Wenn Du magst, schick mir über das Kontaktformular eine Mail mit Deiner Telefonnummer, dann können wir gerne am Telefon die Settings durchgehen, falls Dir das helfen würde.
LG, Michael
Hi Michael,
wie immer: toller Bericht. Habe schon länger nicht mehr bei dir hier vorbeigeschaut und freue mich daher um so mehr über den Erfahrungsbericht der Canon R.
Ich schaue mich ja auch schon etwas länger nach einem Nachfolger für meine 6d um wobei ich sagen muss das ich absolut nicht unzufrieden bin mit der 6d. In diesem Preissegment ist das eine tolle Kamera. Allerdings wünschte ich mir des öfteren einen besseren Dynamikumfang, der Unterschied zur 5dmk4 beziehungsweise zur R wird daher schon merklich sein.
Ich habe schon viele Testberichte oder Videos zur R gesehen und war bisher immer abgeschreckt denn oft heißt es: “Die Enttäuschung des Jahres, was hat Canon sich dabei nur gedacht” und ähnliches. Jetzt habe ich aber deinen guten und vor allem klaren Erfahrungsbericht hier gelesen uns musste wieder erschreckend feststellen wie sehr man sich doch von den Medien blenden lässt.
Es liest sich einfach alles super und ich muss sagen du hast mein Interesse sehr geweckt. Auch weil ich mit meinem 16-35f4 und 24-70f4 sehr zufrieden bin und das adaptieren ja quasi problemfrei ist so wie du es beschreibst. Hatte letztens auch kurz mit Tobias H. Kontakt, er ist von einer Sony zur R umgestiegen, hauptsächlich aus den Gründen der besseren Adaption und vor allem meinte er die Farben wären bei der Canon viel natürlicher wie bei den Sonys. Die Sonys mögen zwar einen guten Dynamikumfang haben, allerdings ist mir das mit den “zu krassen” Farben auch schon oft aufgefallen. (Die breite Masse will das leider so sehen und findet daran gefallen)
Alles in allem Michael, ein sehr toller und hilfreicher Beitrag für mich und ich werde hier wieder definitiv öfter vorbeischauen.
Ich wünsch dir alles gute und hoffe man sieht sich vielleicht bald mal wieder beim fotografieren (musste eben erschreckend feststellen das wir uns das letzte mal im Winter 17/18 gesehen haben als wir im Schnee rund um die Kalmit unterwegs waren.)
Gruß Maximilian
Hallo Michael,
wie ist eigentlich das Handling mit (großen) EF-Objektiven an der EOS R? Vor allem würde mich interessieren, ob man bedenkenlos ein schweres Objektiv wie das EF 11-24mm anbringen kann, und die EOS R damit weiterhin am Stativ nutzen kann. Der Schwerpunkt müsste dann ja sehr weit vorne liegen.
Hallo Michael,
die schwersten Objektive, die ich an der R einsetze sind ein Tamron 100-400, sowie ein 11-24. Beide haben EF Bajonett, werden also über den EF/RF Adapter angeschlossen. Beim Tamron merkt man gar nix, denn Freihand greift die unterstützende (linke) Hand so, dass es gut ausbalanciert ist. Auf dem Stativ wird die Kombi an der Stativschelle des Objektivs montiert, ragt also etwas mehr nach hinten, aber ist da auch sehr gut aus zu balancieren.
Beim 11-24 merkt man schon, dass das ganze ein wenig kopflastig wird. Schließlich ist die R relativ leicht und der Adapter schafft nochmal Distanz zum Schwerpunkt des Objektivs. Freihand sollte hier auch eine Hand unter das Objektiv greifen statt wie bei leichteren Objektiven unter dem Übergang Kamera/Objektiv zu stützen. Auf dem Stativ ist das etwas kopflastige zwar auch zu merken aber kein wirkliches Problem. Ich hatte es nie, dass mich die Kamera beim Aufbau mit einem Kippen überrascht hat. Also ganz klares “JA” zur Stativnutzung damit.
Ich hoffe, dir mit der Antwort etwas geholfen zu haben. Wenn noch Fragen sind, einfach her damit!
Grüße, Michael
Hallo und guten Tag Michael,
ich habe den Objektiv – Controllring mit der
ISO-Einstellung belegt und die M-Fn-Funktionsleiste
links mit ISO Auto und rechts mit ISO 100, so komme
ich problemlos wieder in ISO-Ausgangsstellung. Vorher hatte ich auch den Controllring mit der
Belichtungskorrektur belegt, allerdings finde ich es praktischer diese mit dem Daumen über das Moduswahlrad einzustellen. Außerdem benutze ich
bei dieser Kamera auch den Back Button Focus da ich
das praktisch finde um nicht immer zwischen Al-Servo
und One-Shot hin und her schalten zu müssen.
Herzlichen Gruß
Heinz
Hallo Heinz,
danke für Deinen Kommentar und die Anregung mit der ISO Einstellung auf dem Kontrollring. Das klingt, zusammen mit der Belegung der M-Fn-Leiste auch sehr schlüssig. Ich hatte mir für die Aufnahme von Sternen und Milchstraße auf C3 ein Einstellung gespeichert, bei der ich ‘M’ als unterliegendes Programm habe und mit dem Control-Ring ebenfalls die ISO steuere. Da ich jetzt aber ein manuelles Objektiv ohne Control-Ring für Astro nutze, muss ich mir auch da was neues suchen… Danke für die Anregung!
Liebe Grüße, Michael
Hallo Michael,
ich finde Deinen Bericht sehr sehr gut. Der Bericht ist nicht emotional. Für mich wirkt der Bericht wie von einem Praktiker für Praktiker. Ich selbst fotografiere seit ca. einem Jahr mit der Canon 6D Mark II mit dem 24-105 EF 4.0 Mark II. Davor mit der Canon 70D. Der Wechsel zur 6D hat sich wirklich gelohnt. Im Zeitalter der Werbung hört man doch sehr viel über die Sony Alpha 7RIII. Die hohe Auflösung sowie der hohe Dynamikumfang soll die Kamera zur besten Wahl bei Landschaftsfotografie machen. Ich plane für Anfang kommenden Jahres eine Neuseelandreise. Da auch gerne ein paar kleine Videos machen möchte, wäre 4K vielleicht auch ganz gut. Könntest Du mir als erfahrener Landschaftsfotograf zu einer Sony raten oder soll ich eventuell zuwarten bis eine Canon XY mit höherer Auflösung und Dynamikumfang rauskommt. Wenn ich allerdings Deine Bilder anschaue, müßte ich nicht wechseln, sondern gleich eine Canon R kaufen. VG Ralf
Hallo Ralf,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, wenn Dir der Bericht zusagt.
Meiner Meinung nach wichtiger als die letzten Spezifikationen ist die Frage, ob man eine Kamera gerne in die Hand nimmt – ob man einfach Spaß hat, damit zu arbeiten. Bei mir ist das mit der EOS R in einem Maß der Fall, wie ich das noch bei keiner Kamera zuvor hatte. Das ist etwas, was sich nicht einfach in Zahlen od. Daten packen lässt und das muss man einfach herausfinden. An Deiner Stelle würde ich, wenn die Möglichkeit besteht, die Sony einfach ausprobieren. Sie ist von den Spezifikationen eine top-Kamera für Landschaften und wenn Du Dich damit wohl fühlst, wirst Du gerne damit arbeiten und das ist einfach die beste Voraussetzung für tolle Ergebnisse. Was ich damit sagen will: Bei allen technischen Daten sollten man nicht vergessen, dass es noch so etwas gibt wie eine “motivierende Ergonomie”, also einfach die Freude an der Arbeit mit einem Werkzeug. Das muss man einfach selber herausfinden und das geht eigentlich nur über probieren.
Zurück auf der rationalen Ebene wäre mir ein Warten auf Canon zu heikel, wenn es Dir auf die Eckwerte ankommt, die Sony heute schon bietet. Schließlich müsste Canon praktisch schon im Herbst liefern, damit das für Dich noch zeitlich passt zu Deinem Neuseeland-Termin. Ich persönlich würde die Reise mit der R antreten. 😉
Grüße, Michael
Hallo Michael,
vielen Dank für den ausführlichen und informativen Bericht.
Du hast dir hier viel Mühe gemacht und beschreibst die EOS R aus der Sicht des Fotografen, des Landschaftsfotografen. Ich möchte meine 5D3, gerade für Landschaft und Makro, ubgraden und denke es wird eine R werden. Die vielen negativ Videos haben mich noch zögern lassen.
Beste Grüße Jürgen
Hallo Jürgen,
das freut mich sehr, wenn Dir mein Blogbeitrag gefällt. Ich bin mir sicher, wenn Du von der 5D3 zur R wechselt, wirst Du begeistert sein – gerade mit dem Schwerpunkt “Landschaft” und “Makro”.
Landschaften habe ich ja hier bereits recht ausführlich beschrieben. Makro steht bei mir in ein paar Wochen wieder an, wenn die Frühblüher bei uns an den Start gehen. Da wird dann auf jeden Fall das klapp- und schwenkbare Display seine Stärken ausspielen können. Da bin ich jetzt schon gespannt drauf. Jürgen, ich würde mich freuen hier oder an anderer Stelle von Deinen Erfahrungen mit der R zu lesen.
Liebe Grüße + gutes Licht,
Michael
hi
Funktioniert mit dem Touchauslöser auch Bulb? Wenn nein kann das doch nie ein Ersatz für einen Fernauslöser sein. Dieses andere Steckerformat für den Fernauslöser tut mir neben dem fehlenden GPS gegenüber meiner bisherigen 6D weh.
Hallo Helmut,
der Touchauslöser funktioniert auch im Bulb Modus. Einmal Antippen startet die Belichtung, ein weiteres Antippen beendet die Belichtung wieder.
Beim Fernauslöser stört mich das Steckerformat weniger als die Tatsache, dass der gesamte Fernauslöser eher wie Spielzeug wirkt im Vergleich zu den Auslösern mit N3 Anschluß. Wenn Canon die Möglichkeit schaffen würde, den Touchauslöser über eine Tastenbelegung außerhalb des Dispaly an/aus zu schalten, würde ich wahrscheinlich komplett auf den Fernauslöser verzichten und nur den Touchauslöser nutzen. Mit der aktuell implementierten Lösung, den Touchauslöser auf dem Display an/aus zu schalten, werde ich irgendwie nicht richtig warm. Zu oft löse ich dann doch versehentlich aus bei dem Versuch die Funktion zu deaktivieren.
GPS on-board hatte ich offen gesagt auch erwartet und ich war erstaunt, dass das fehlt. Nun hatte ich an der 5DsR bereits den GP-E2 im Einsatz, musste nix mehr dazu kaufen und war auch das Handling gewohnt. Wenn man das aber schon mal in der Kamera eingebaut hatte, dann ist das ein Rückschritt, da kann ich Dich verstehen.
Grüße, Michael
Hallo Michael,
vielen Dank für deinen praxisbezogenen Testbericht! Ich schließe mich meinem Vorredner an – viele Tester hängen sich am 4K Crop und dem fehlenden IBIS auf und vergeben dann schlechte Bewertungen, ganz so als ob heutzutage Kameras nur noch zum Erzeugen von YouTube-Videos produziert werden…
Ich bin auch eher der klassische Landschaftsfotograf, Dinge wie Serienbildgeschwindigkeit und Video interessieren mich nur ganz am Rand. Was mich aber sehr interessiert ist die Bildschärfe und die Low-Light-Performance.
Ich habe aktuell auch die 5DsR, vorher hatte ich die 5D3 – der Hauptgrund für den Wechsel war damals für mich die hohe Auflösung des Sensors. Mein absolutes Ziel ist eigentlich immer die bestmögliche Schärfe bei höchstmöglicher Auflösung. Aus diesem Grund nutze ich übrigens auch die Otus- und Milvus-Linsen von Zeiss, meiner Meinung nach gibt es keine besseren Linsen auf dem Markt wenn es um die Bildschärfe geht. Diese Linsen haben keinen Autofokus, das Focus Peaking wäre also fast allein schon ein Grund zum Kauf der EOS R für mich – gerade wenn es vielleicht doch mal etwas schneller und ohne Stativ gehen muss, dauert mir die Methode mit der Lupen-Funktion meist zu lang. Mir ist bewusst, dass die EOS R im Bereich der Auflösung ein Rückschritt zur 5DsR wäre, allerdings würde mich interessieren, mal von jemandem wie Dir, der beide Kameras hat, zu hören, wie stark der Unterschied tatsächlich in der Wahrnehmung ausfällt.
Der zweite Punkt ist, dass die 5DsR doch leider eine recht schlechte Low-Light-Performance hat (rauscht sehr schnell) – hier habe ich immer etwas neidisch zurück auf meine 5D3 bzw. auch auf die 5D4 geschaut. Wie schlägt sich denn hier die EOS R im Vergleich zur 5DsR?
Alles in allem stehe ich wohl auch kurz vor dem Kauf der EOS R, die Vorteile (allein die kompaktere Bauform und das geringere Gewicht, das überarbeitete Bedienkonzept, der neue Mount mit den neuen Linsen, Focus Peaking) überwiegen für mich größtenteils. Ich würde mich freuen, wenn Du mir vielleicht noch ein bisschen was zu meinen letzten beiden „Wackelpunkten“ sagen kannst – gerade weil Du auch beide Kameras im direkten Vergleich hast. Ich freue mich auf Deine Antwort! =)
Viele Grüße!
Hallo Oliver,
erst mal vielen Dank für Deinen Kommentar.
Wegen der Auflösung: Im Low-Iso Bereich wird die 5DsR im direkten Vergleich die Nase vorne haben, da ist der Auflösungsvorsprung schon zu spüren. Die Auflösung der 5DsR mit gutem Glas (bspw. dem EF 24-70 2.8 L II oder eben den von Dir genannten Zeiss), das war bzw. ist schon beeindruckend. Dieses Aha-Erlebnis beim reinzoomen, das kennst Du sicher auch und das wirst Du mit der EOS R nicht mehr in der Form haben. Aber mal ehrlich, das ist am Bildschirm schön, im Druck bis gut 1m an der langen Kante oder gar in der weiteren Verwendung auf Webseiten, spielt das dann aber kaum noch eine Rolle.
Zum Thema Lowlight: Wie Du schreibst ist die 5DsR ist ein Spezialist für niedrige ISO. Ich habe es immer gehasst, wenn ich mit der ISO hoch musste und mich dann damit trösten musste, dass das Rauschen ja wieder weniger wird, wenn ich die Bilder später runter skaliere. Sorry, aber dann brauch ich auch keine bis zu 70MB großen RAW-Files. Deswegen habe ich zur 5DsR auch eine lange Zeit meine 5DIII behalten – eben für hohe ISO. Die EOS R ist im Vergleich dazu eine ganz neue Welt. Das fängt übrigens schon beim LiveView an. Wenn der LiveView an der 5DsR bei schlechtem Licht nicht mehr brauchbar war, liefert der bei der EOS R ganz locker ein Display-Bild mit dem man gut arbeiten kann. Mit der ISO kann ich an der EOS R ohne Probleme in die Bereich gehen, die ich bspw. für Nachtaufnahmen und Sternenhimmel brauche.
Ich tue mir schwer hier pauschal eine Empfehlung auszusprechen. Bei mir war es so, dass ich erst durch die parallele Nutzung von 5DsR und EOS R erkennen konnte, dass mir die Fähigkeiten, die mir das Paket “EOS R” bietet, in Summe mehr Wert sind, als das was mir die 5DsR bieten kann – auch wenn ich bspw. in der Auflösung etwas verliere. Wenn Du kannst, vielleicht nutzt Du auch erst mal beide parallel?
Liebe Grüße,
Michael
Moin Michael,
zufällig bin ich wieder auf deiner Seite gelandet 🙂 Ich würde gerne wissen welcher Felsen das ist auf dem Foto “Abendliches Streiflicht im Pfälzerwald” auf dieser Seite (und von wo aus du ihn fotografiert hast). Er kommt mir irgendwie bekannt vor, aber ich kann ihn nicht zuordnen…
Vielen Dank und viele Grüße
Yannick
Hallo Yannick,
danke das Du (wieder) vorbei geschaut hast. Bei bekannten Spots habe ich kein Problem damit die Location zu nennen. Meist schreibe ich es dann dazu oder wenn ich es mal nicht mache und jemand fragt (wie Du neulich beim Durstigfels bzw. dem Lämmerfels), dann beantworte ich das gerne. Bei Locations, die abseits von befestigten Wegen oder bereits erschlossenen und bekannten Spots liegen, verzichte ich allerdings auf die Bekanntgabe der Location – nicht zuletzt zum Schutz dieser Gebiete.
Vielen Dank für Dein Verständnis und viele Grüße,
Michael
Hallo Michael,
ein sehr ordentlicher und tatsächlich aus deiner Praxis geschriebener Blog. Ich habe die EOS R jetzt seit gut zwei Wochen und bin damit auch sehr zufrieden. Sie ist für mich eine Erweiterung auf das Vollformat, denn bisher war die (sehr gute) EOS 80D die Kamera meiner Wahl. Da tun sich dann per se beim ersten Betrachten der Bilder im RAW-Konverter (LR) Welten auf. Auch wenn ich in der Konfigurierbarkeit noch nicht ganz so in die Tiefen abgetaucht bin, bin ich mit der grundsätzlichen Bedienung sehr zufrieden. Alle Funktionen funktionieren! Da werde ich nach deinem Bericht aber noch mal ran und mir das ein oder andere auch mal so wie von dir genannt konfigurieren. Auch meine Motive sind in der Regel eher unbewegt, klassische Landschaftsaufnahmen, Industrie und Industriekultur bilden den Schwerpunkt und da stören mich “nur” 5 Bilder bei AF Servo sehr wenig. Denke aber, dass auch ich beim nächsten Helgolandbesuch einige Basstölpel-Flugaufnahmen mit nach Hause nehmen kann.
Schön finde ich an deinem Blog, dass er von einem Fotografen für Fotografen ist. Als solches begreife ich die EOS R auch; nebenbei kann sie auch Filmen. Leider sehen das viele “Influenzer” anders und hängen sich an 4K und Crop-Modus derart auf, das die sehr guten Fotoeigenschaften überhaupt nicht genannt werden. Sehr schade, wenn durch (vielleicht gezielte?) Meinungsmache ein sehr gutes Fotoprodukt durch oftmals dumme Youtube-Filmchen so herabgewürdigt wird. Ganz nebenbei benötigt Canon auch noch Luft nach oben. Aus meiner Sicht ersetzt die EOS R in erster Linie die 6D-Reihe, nur kann sie vieles viel viel besser. Die sicher spiegellosen Nachfolger der 5er und 1er Reihe legen da sicher noch was drauf!
In diesem Sinne Glück Auf,
Guido Alfes
Hallo Guido,
lieben Dank für Deinen Kommentar. Freut mich, wenn der Beitrag gefallen findet. Der Verweis auf die 6D Linie passt sehr gut, finde ich. Die 6D war ja, gerade auch in der ersten Generation, eine zu Recht sehr beliebte Kamera bei vielen Landschaftsfotografen. Die R hat meines Erachtens durchaus das Zeug und die Ausstattung dazu um dort anzuknüpfen und diese Rolle bei den spiegellosen von Canon einzunehmen.
Grüße aus der Pfalz,
Michael
Ach ja, Filmen konnte auch die 6D schon, halt viel schlechter als das die R das heute kann. Irgendwie hat das nur keinen interessiert. Ist schon seltsam, welche Meinungsströmungen da im entstehen sind.