Oder: Warum f-stop nicht gleich f-stop ist.

Disclaimer: Obacht! Dies ist ein langer, plappernder Artikel ohne großartige Bilder aus der Natur. Dafür liefert er dem Interessierten einen weiteren Blick hinter die Kulissen meiner Fotografie und dient im Idealfall anderen Fotografen als Entscheidungshilfe.

Vorgeschichte – wie ich zu f-stop kam und warum es zunächst der AJNA wurde.

Bis in den Herbst 2017 war der GuraGear Kiboko 22 mein Rucksack. Mit ihm war ich lange Jahre sehr zufrieden, sowohl was die Trageeigenschaften als auch den Platz und die Aufteilung angeht. Auch längere Touren waren kein Problem damit. Alles was an Fotozeugs dabei sein sollte, fand seinen Platz darin. Mein Rücken mochte den Rucksack ebenfalls, denn selbst bei voller Beladung (mit Stativ waren das dann gerne mal 17kg auf dem Rücken) zwickte auch nach mehreren Stunden nichts. Dazu war der GuraGear Kiboko 22 sehr robust. Die Außenhaut bestand aus wasserabweisendem RipStop-Material und so musste erst bei stärkerem Regen das zusätzliche Raincover bemüht werden. Dazu war der Kiboko 22 immer noch so kompakt, dass ich mir für Flugreisen keine großen Sorgen machen musste, was die Abmessungen vom Handgepäck angeht.
Es gab aber auch ein paar Nachteile die mit dem Design des GuraGear Kiboko 22 verbunden waren. So musste man, um an den Inhalt zu gelangen, den Rucksack absetzen und ablegen. Wenn man im Bach steht oder in besonders matschigem Terrain unterwegs ist, wünscht man sich das anders. Nimmt man den Rucksack ab und legt ihn auf den Boden um Ausrüstung zu entnehmen, liegt er mit der Seite nach unten, die man am Rücken trägt. Schmutz und Nässe werden dabei von den Rückenpolstern aufgenommen und wenn man den Rucksack wieder aufzieht, hat man den Schmaddel auf dem Buckel kleben. Der GuraGear war zwar ein kleines Raumwunder was das Fotoequipment angeht, er war aber nicht dazu konzipiert weitere Ausrüstung aufzunehmen, die man gerne getrennt von der Fotoausrüstung transportieren möchte, bsp. Wechselkleidung oder Proviant.

Wäre der GuraGear noch unverändert am Markt, hätte ich sehr wahrscheinlich meinen Kiboko 22 einfach durch das etwas größere 32er Modell ersetzt und mich weiter damit arrangiert, dass ich meinen Rucksack vom Rücken nehmen muss, um an den Inhalt zu gelangen. Schließlich ging das ja all die Jahre zuvor auch. Nun war es aber so, dass GuraGear seit kurzem unter „Tamrac“ firmierte und bereits bei der Presseankündigung bezüglich der Namensänderung war mir klar: Das bedeutet nix gutes für das Produkt! So war es dann auch. Die GuraGear Rucksäcke wurden überarbeitet und gingen als „G-Elite“ unter Tamrac-Label wieder an den Start. Bei dieser Gelegenheit wurden dann auch gleich schlechtere Materialen (adieu RipStop!) verbaut und im Gegenzug der Preis leicht nach oben korrigiert. Mit Sicherheit war irgendwo bei Tamrac ein Controller deswegen sehr happy, ich war es aber nicht und so war mir klar, dass ich mich als Nachfolger für meinen Kiboko 22 nach einem anderen Anbieter umsehen musste. Dazu habe ich meine Anforderungen an meinen neuen Fotorucksack aufgelistet und nach Prioritäten geordnet. Die Liste sieht wie folgt aus:

  1. Unbedingte Handgepäcktauglichkeit für Flugreisen
  2. Zugriff auf die Ausrüstung ohne den Rucksack abnehmen zu müssen
  3. Möglichkeit zusätzliche Ausrüstung (neben der Fotoausrüstung) mitnehmen zu können
  4. Möglichst geringes Leergewicht
  5. Auch ohne zusätzlichen Schutz schon wetterfest für leichteren Niederschlag

Wenn man, wie ich, die unbedingte Handgepäcktauglichkeit auf Flugreisen weit oben in den Prioritäten stehen hat, landet man recht schnell bei f-stop und dem genialen ICU Konzept. Ein Large-Pro ICU entspricht dort meinen Anforderungen an den Stauraum für alles was besonders geschützt transportiert werden soll (lies: Kameras und Optiken).

Der Inhalt meines Large-Pro ICU auf der Reise nach Cornwall im Mai 2018

Exkurs: Was passt in das Large-Pro ICU?

Wer eine Vorstellung bekommen will, was denn alles in ein Large-Pro ICU reinpasst, findet hier die Auflistung zu der Abbildung oben:

1 Objektiv EF 70-200 F/2.8 L IS II mit umgekehrt montierter Streulichtblende
2 Speicherkarten-Etui mit CF- und SD-Karten
3 Extender EF1,4x III und Extender EF2,0x III (übereinander)
4 Kamera-Body EOS M5 mit angesetztem EF/EF-M Adapter (mein Reise Backup-Body) und L-Winkel
5 Kamera-Body EOS 5DsR mit L-Winkel
6 Objektiv EF 24-70 F/2.8 L II
7 Objektiv EF 8-15 F/4 L FISHEYE
8 Objektiv EF 11-24 F/4 L
9 GP-E2 GPS-Tracker und 4 x Akku LP-E6 und 2 x Akku LP-E17 und Fernauslöser RS-80 N3 (übereinander)
10 Objektiv EF 16-35 F/4 L IS

 

In diesem ICU nicht mit drin sind meine Filter (Polfilter, Grauverlauf und Neutralgraufilter, sowie die Halter dazu). Die finden im oberen Fach des Rucksack, direkt über dem ICU Platz und sind in zwei Taschen verteilt, der Mindshift Filterhive und der NiSi-Box.

Die Filter im Rucksack, über dem ICU

Stauplatz für alles andere (Proviant, Wechselkleidung, weitere Kleinteile, etc.) soll in den übrigen Taschen und Fächern des Rucksacks sein.

Zudem sprach für den f-Stop auch der Punkt 2 auf meiner Liste. Die Möglichkeit an die Ausrüstung zu gelangen ohne den Rucksack abzunehmen bietet der f-Stop mit seinem Zugriff über den Rücken ebenfalls.

Was den Punkt 3 auf meiner Liste angeht, galt es nun bei f-Stop einen Rucksack zu finden, der das Large-Pro ICU aufnehmen kann und dazu noch ausreichend Platz bietet um die Sachen zu verstauen, die nicht im ICU sein werden. Unnötig groß oder gar überdimensioniert sollte er dabei nicht sein, auch wenn er auf Flugreisen nicht mit in die Kabine geht, denn da nehme ich nur das ICU mit rein:

Keine Chance hier einen Rucksack unter zu bringen:
Das Large-Pro ICU im Overhead-Compartment des Regional-Jet von Frankfurt nach Bristol

Nach kurzer Recherche stand fest, dass der AJNA Rucksack meine Andorderungen erfüllen dürfte, was den Platzbedarf angeht. Da er auch die Punkte 4 und 5 auf meiner Liste erfüllte, stand einem Wechsel zu f-Stop nichts mehr im Wege und so löste im vergangenen Herbst ein f-stop AJNA mit einem Large-Pro ICU meinen GuraGear Kiboko 22 ab. Bereits beim ersten Packen des Rucksacks war ich spontan begeistert von der Vielseitigkeit des f-stop und der guten Verarbeitung des Rucksacks. Ich sah mich in meiner Entscheidung zunächst bestätigt.

Meine Probleme mit dem f-stop AJNA

Was jedoch auf meiner Liste fehlte und was eigentlich die höchste Priorität verdient hätte, war der Tragekomfort. Aus irgend einem Grund ging ich davon aus, dass Rucksäcke mit schlechtem Tragekomfort in dieser Preisklasse nicht zu finden sein werden. Meinen Rücken stufe ich dabei nicht als Problemkind ein, schließlich kam ich bisher mit allen Rucksäcken gut aus, die ich über die Jahre in meinem Fotografenleben hatte. Das waren u.a. diverse LowePro, ThinkTank und zuletzt der GuraGear.

Ich unternahm zunächst mehrere kürzere Touren mit dem AJNA und jedesmal fingen nach spätestens 30 Minuten Tragezeit Schmerzen im Rücken ein. Dem konnte ich etwas entgegenwirken, indem ich den Hüftgurt enger zog um mehr Gewicht mit der Hüfte aufzunehmen. Hier hätte ich eigentlich schon stutzig werden sollen, aber statt dessen redete ich mir ein, dass ich mich erst noch an den Rucksack gewöhnen musste und sicher noch eine passende Einstellung des Tragesystems finden würde. Doch alles Probieren und Experimentieren half nichts. Selbst wenn ich den Hüftgurt so eng stellte, dass ich mir die inneren Organe fast abschnürte, war die Entlastung für den Rücken nicht ausreichend gegeben. An ein Tragen mit viel Last auf den Schultern war gar nicht erst zu denken. Vorsichtiges Fragen in den Fotografen-Communities innerhalb sozialer Netzwerke brachte mich auch nicht weiter. Es löste hauptsächlich den Beisreflex markenorientierter Fanboys aus, lieferte aber keine wirklich brauchbare Hilfestellung oder wenigstens eine Bestätigung meiner Beobachtungen mit dem f-stop AJNA.

Zum richtigen Problem wurde das dann auf dem ersten längeren Trip mit dem AJNA, der mich im März diesen Jahres eine Woche nach El Hierro führte. Hier war ich jeden Tag mit dem AJNA unterwegs und das zum Teil über mehrere Stunden. Die Probleme traten gleich am ersten Tag der Tour auf und mein Rücken konnte sich nach drei Tagen auch über Nacht nicht mehr ausreichend erholen. So war ich die letzten Tage der Tour auf Schmerzmittel angewiesen um weitermachen zu können, das war keine angenehme Erfahrung.
Mit mir in El Hierro unterwegs war u.a. Steffen. Er hatte seinen f-Stop TILOPA dabei (noch das alte Modell) und Steffen bekam natürlich mit, dass es „leichte“ Indifferenzen zwischen dem AJNA und meinem Rücken gab. Sein erster Hinweis traf dann auch schon so ziemlich ins schwarze: „Der hat ja kaum Polster an den Gurten. Schau mal wie das bei meinem ist.“ Tja, was soll ich sagen? Der Steffen hatte recht, das war so und sogar sehr deutlich.

Spontaner Vergleich der Polster von Steffens Tilopa mit meinem AJNA (jeweils die gleiche Stelle am Beckengurt)

Ich habe dann auf El Hierro kurz Steffens TILOPA anprobiert. Gleich nach dem Aufsetzten des Rucksacks, noch ohne das Tragesystem auf meinen Rücken einzustellen, habe ich gemerkt, dass das eine komplett andere Welt ist. Mein Rücken tat zwar vom AJNA immer noch weh, der Tilopa fühlte sich aber auf Anhieb ganz anders und im Vergleich sehr gut an. Nun konnte ich dem Steffen ja nicht seinen Rucksack abnehmen (auch wenn ich das in dem Moment schon gerne gemacht hätte). Da aber in gerade mal sechs Wochen eine Tour nach Cornwall auf dem Plan stand, und ich nicht noch einmal in diese Probleme mit dem Rücken laufen wollte, nahm ich mir vor, mich gleich nach meiner Rückkehr um einen Ersatz für den AJNA zu kümmern.

Die Entscheidung für den f-stop TILOPA

Die Vorteile des f-stop Systems, die eigentlich perfekt auf meine Prioritätenliste (oben beschrieben) passen, wollte ich nicht so einfach aufgeben. Zudem hatte ich mit Steffens TILOPA ja schon einen f-stop Rucksack auf dem Rücken, der sich erst mal gut anfühlte. Deswegen beschloß ich dem f-stop-Konzept noch eine Chance zu geben und mir das aktuelle Modell des TILOPA näher anzuschauen.

Support your local dealer – Auf zu DigitFoto!

Da ich diesmal aber vor dem Kauf wissen wollte, was mein Rücken zu dem TILOPA sagt, besuchte ich einen Händler in meiner Nähe, mit dem ich auch vorher schon gute Erfahrungen gemacht habe. Ein kurzer Anruf vorab, ob der TILOPA vorrätig ist (ja, war er und wurde gleich für mich zurückgelegt) und die Frage, ob ich im Laden mein ICU einsetzen und den Rucksack damit anpobieren darf (ja, kein Problem, gerne) und schon war ich mit meinem vollgepackten LargePro ICU unterwegs nach Saarbrücken zu DigitFoto.

Dort setzte ich mein ICU in einen neuen TILOPA, nahm den Rucksack auf den Rücken, passte das Tragesystem kurz an und lief dann eine gute viertel Stunde Kreise im Laden, während ich mich mit dem netten Herrn Worm über alles mögliche rund um die Fotografie unterhielt. Es war dann so ähnlich wie im Schuhladen („Ich lass die gleich an!“): Mein Rücken sagte „passt!“ und ich war mich sicher, dass ich mit dem TILOPA nun auch einen Rucksack im f-stop Sortiment gefunden habe, der zu meinem Rücken passt. Der Rest passte auch und so verlies ich wenig später zufrieden und mit dem TILOPA auf dem Rücken den Laden.

Ein paar kürzere Touren mit dem TILOPA verliefen sehr gut. Teilweise bin ich dabei die gleichen Strecken gelaufen, bei denen ich mit dem AJNA Probleme hatte. Alles funktionierte prima, es gab nicht das geringste Zwicken im Rücken. Die Tour nach Cornwall lieferte dann die endgültige Bestätigung: Mit dem TILOPA habe ich den Rucksack gefunden, der meine Anforderungen bestmöglich erfüllt und dabei zu meinem Rücken passt!

Hier noch einmal ein Vergleich von der Polsterung am Tragesystem. Der hellere Rucksack mit den weissen Riemen ist der AJNA (RedBull Edition). Der schwarze Rucksack ist der TILOPA.

Wie auf den folgenden Aufnahmen zu erkennen ist, ist das Tragesystem des AJNA deutlich weniger gepolstert, als dies beim TILOPA der Fall ist. Schauen wir uns dazu zunächst den Schulterriemen an. Gemessen wurde jeweils an gleicher Stelle, ca. 1 Finger breit unter dem D-Ring.

Polsterung Schulterriemen AJNA Polsterung Schulterriemen TILOPA

Ein gleiches Bild zeigt sich an der Polsterung am Beckengurt:

Polsterung Beckengurt AJNA Polsterung Beckengurt TILOPA

Im Bereich der Befestigung des Beckengurtes am Rucksack zeigt sich noch ein weiterer Unterschied zwischen den beiden f-stop Modellen. Während beim AJNA der Beckengurt einfach nur angenäht wurde, gibt es beim TILOPA eine Möglichkeit die Spannung zu Verstellen, mit der der Rucksack gegen den Beckengurt gezogen wird:

Einfache Verbindung von Beckengurt zu Rucksack beim AJNA Verstellbare Verbindung von Beckengurt zu Rucksack beim TILOPA

Diese deutlichen Unterschiede im Tragesystem zwischen den beiden f-stop Rucksäcken machten in meinem Fall (lies: für meinen Rücken) einen sehr deutlichen Unterschied aus. Mit dem TILOPA habe ich „meinen“ Rucksack gefunden, während ich mit dem AJNA einfach nicht glücklich wurde. Niemand käme auf die Idee, einen Wanderschuh zu bauen, mit dem Anspruch dass der auf jeden Fuß gleich gut passen soll, denn jeder Fuß ist anders. Genau so verhält es sich auch mit dem Rücken und deswegen kann auch nicht jeder Rucksack gleich gut mit jedem Rücken harmonieren. Aus diesem Grund kann ich jedem nur empfehlen, sich nicht blind auf Empfehlungen zu verlassen. Statt dessen würde ich, wann immer möglich, den Rucksack „anprobieren“, diesen unbedingt mit dem späteren Zielgewicht belasten und damit ein paar Minuten zu laufen. Je länger, desto besser – die gröbsten Schnitzer, Sachen die gar nicht gehen, entdeckt man aber auch schon nach wenigen Minuten im Geschäft. Hier wird es dann auch wieder klar, warum ein Händler vor Ort, wie in meinem Fall bspw. DigitFoto, auch in Zeiten des Interneteinkaufs eine wichtige Sache ist und den sollte man unterstützen, wenn man ihn morgen noch haben will.

Weitere (kleine) Unterschiede zwischen AJNA und TILOPA

Bei näherer Betrachtung unterscheiden sich TILOPA und AJNA nicht nur in der Größe und in der Qualität des Tragesystems. Es gibt es eine ganze Reihe weiterer kleiner Unterschiede zwischen diesen beiden Rucksäcken aus der Mountain-Serie von f-stop. Sie sind vielleicht nicht kaufentscheidend, dennoch sollte man sie nicht außer acht lassen, wenn man die beiden Rucksäcke vergleicht.

Unterschiede Außen:

Kartentasche im Boden

Der Boden der beiden f-stop Rucksäcke ist aus einem dicken, versiegelten Gewebe, was ein wenig an eine LKW-Plane erinnert. Dadurch kann der Rucksack auf feuchtem Untergrund abgesetzt werden, ohne dass dabei Wasser in das Gewebe zieht. Beim AJNA ist in diesem Boden eine Kartentasche, die man über einen Reisverschluß an der Seite zum Rücken hin öffnen kann. Beim TILOPA ist dieser Bereich komplett geschlossen.

Öffnung der Fronttasche

Beide Rucksäcke haben ein Tasche auf der Vorderseite, die bspw. eine dünne Jacke, Proviant oder ähnliches aufnehmen kann. Beim AJNA lässt sich diese Tasche über einen Reißverschluß öffnen, der auf der rechten Seite des Rucksacks senkrecht über fast die komplette vorderseite läuft. Die Tasche kann damit, wie ein Beutel, von einer Seite geöffnet werden. Beim Tilopa läuft der Reißverschluß wie ein umgedrehtes ‚U‘ über die Seiten und die Oberseite des Fachs. Komplett geöffnet, kann die Fronttasche fast vollständig aufgeklappt werden. Bei beiden Modellen ist dieses Fach vom Material so ausgelegt, dass auch mal eine feuchtes Kleidungsstück darin platz finden kann, ohne dass es nach innen durchnässt. Beim TILOPA lässt sich dieses Fach, durch das Aufklappen, leichter trocknen.

Befestigung von Zubehör

Der AJNA und der TILOPA haben im wesentlichen das gleiche „Zubehörmanagement“ mit Kompressionsriemen seitlich und mittig, jeweils oben und unten, an die auch bspw. ein Stativ geschnallt werden kann. Der TILOPA hat zusätzlich in unteren Bereich an den Seiten zwei nicht verstellbare Riemen, an denen entweder der Rucksack angehoben werden kann oder die als (nichtverstellbare) Schlaufe dienen. Ich hatte durch diese Schlaufen in Cornwall bspw. meine Gummistiefel umgekehrt herum durch gesteckt. Sah etwas albern aus, hat aber prima funktioniert um die Hände frei zu haben.
In der Mitte der Vordertasche hat der TILOPA noch einen Kunststoff-Patch, der ein Aufscheuern des Stoffs durch einen angeschnallten Ausrüstungsgegenstand (bspw. ein Stativs) verhindert.


Unterschiede Innen:

Laptop-Einschub

Im Innenraum auf der Rückseite der Front haben beide f-stop Rucksäcke ein Fach, in das ein Laptop eingeschoben werden kann. Beim AJNA ist dieses Fach ungepolstert und aus dem selben Material wie die übrige Innenauskleidung. Ein 15″ Notebook findet hier noch Platz. Das Fach im TILOPA ist gepolstert und größer (17″ Notebook sollte hier passen).

Netztaschen im Deckelfach

Der AJNA hat im Deckelfach auf dem Boden eine Netztasche, die mit einem Klettverschluß in der Mitte der Tasche ein Stück weit, aber nicht komplett, verschlossen werden kann. Der TILOPA hat zusätzlich an der Oberseite des gleichen Fachs eine Netztasche, die mit einem Reisverschluß komplett verschlossen werden kann.

Fazit

Den AJNA und den TILOPA unterscheiden mehr als die 10 Liter Volumen, die der TILOPA größer sein soll als der AJNA. Neben dem sehr deutlichen Unterschied im Tragesystem, sind es Details, die dem TILOPA für mein Empfinden in allen Bereichen den Vorzug geben. In der Praxis wird man den Unterschied vor allem beim Tragen spüren. Ich würde jetzt nicht so weit gehen und sagen, daß der AJNA das Modell für die Ego-scapes der Instagrammer ist, wo Aussehen vor Funktionalität geht. Dennoch ist der TILOPA, in meinen Augen, das deutlich ernsthaftere Modell, wenn es darum geht einen streckentauglichen Fotorucksack für Naturfotografen zu finden. Im Dschungel der sozialen Medien fällt es nicht immer leicht, sich wirklich objektiv zu informieren. Zu viele Markenfans sind unterwegs, die ein Produkt immer gut heißen, alleine weil es von „ihrer“ Marke kommt. Deswegen war es mir ein Anliegen hier eine etwas differenzierte Betrachtung innerhalb der Produktlinie anzubringen.

Habt Ihr den TILOPA oder den AJNA selbst im Einatz? Oder nutzt ihr ein anderes Modell oder eine andere Marke? Wie sind Eure Erfahrungen mit Eurem Rucksack? Schreibt es hier in die Kommentare!