Im vierten Teil meines Rückblicks auf 2014 soll es um die übrigen Themen gehen, die mich im letzten Drittel dieses Jahr fotografisch beschäftigt haben. Bis auf einen kurzen und sehr schmerzhaften Abstecher ins Tessin fand das alles wieder in der Pfalz statt.

Mehlinger Heide

Gerade mal drei Tage zurück aus Nordamerika und mit neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen noch reichlich verpeilt, zog es mich gleich wieder raus zum Fotografieren. Schließlich begann nun mit dem Herbst die vielleicht schönste Jahreszeit in der Pfalz. Die Mehlinger Heide sollte mein erstes Ziel sein. Wenn ich schon die Heideblüte im August auslassen musste, wollte ich doch noch wenigstens die Herbstnebel in der Heide mitnehmen.

Da stand ich nun eines Morgens hinter der Kamera, die Erinnerung an Nordamerika noch frisch auf der Haut. Es war auf einmal das gleiche Gefühl, wie in den ersten Tagen einer Reise: „ok. – jetzt bin da“ –  „lange hatte ich darauf gewartet“  – „aha, so fühlt sich das hier also an“. Mir gefiel dieser Moment und ich beschloss ihn auszudehnen. Ich drehte dazu gedanklich einfach die Rollen um und versuchte die Eindrücke um mich herum aus dem Blick eines Besuchers wahrzunehmen. Es gelang mir nicht sonderlich lange und vielleicht auch nicht so intensiv, wie es jemanden geht, der noch nie hier war. Doch es reichte um noch einmal die Bestätigung zu bekommen, dass ich in der Pfalz in einer der schönsten Gegenden lebe, die ich mir vorstellen kann.

mpb140023Morgens in der Mehlinger Heide

Verzasca

„Schmerzhaft“ und „Abgebrochen“ – das sind die beiden Begriffe, die meinen Aufenthalt an der Verzasca im Herbst diesen Jahres nahezu vollständig beschreiben. Zusammen mit Radomir habe ich mich auf den Weg ins Tessin gemacht, um dort ein paar Tage zu fotografieren. In der Nacht vor der Abfahrt bekam ich Zahnschmerzen. Die habe ich erst mal als „leichte Erkältung“ abgetan, schließlich wollte ich ja fotografieren. Bereits auf der Fahrt wurden die aber schlimmer und und vor Ort haben sie mich fast um den Verstand gebracht – kein Wunder, wenn die komplette Hinterwand von einem Zahn fehlt. Auch Radomir musste feststellen, dass sein Bein noch nicht ausgeheilt war und hatte entsprechend Probleme. Nach nur einer Nacht haben wir eingesehen, dass es vielleicht besser ist, wieder die Heimreise anzutreten. Aber als Naturfotografen, die wir nun mal sind, haben wir zuerst noch die guten Lichtverhältnisse genutzt, die wir am Morgen am Bach vorfanden:

mpb140024Schmerzen gehen, gute Bilder bleiben: Verzasca im Herbst 2014

Lindelbrunn

Mit einigen Locations steht man zunächst auf Kriegsfuß. O.k. – vielleicht hatten die Lindelbrunn und ich auch nur einen unglücklichen Start, als ich vor ein paar Jahren das erste  Mal dort war. Dabei hatte ich es wirklich probiert, immer wieder war ich oben, morgens und abends. Aber das Licht war nie wirklich auf meiner Seite und ich fand auch keinen schlüssigen Bildaufbau. Die einzige positive Erinnerung an die Lindelbrunn, die ich für lange Zeit mit mir herumtrug, war die an die Kartoffelsuppe, die es in der Wirtschaft gleich unten am Parkplatz gibt. Statt mir eine weitere Niederlage einzuhandeln, gab ich zwischenzeitlich anderen Locations den Vorzug. Zum Glück haben wir davon genug in der Pfalz.

Aber den Schwanz vor einer Location einzuziehen, das war auf Dauer nicht meines und wie das so ist, liebe Lindelbrunn, sieht man sich immer zweimal im Leben. Jetzt, im Herbst 2014, sollte sich die Gelegenheit ergeben die Verhältnisse wieder gerade zu rücken. Zunächst war ich mit Steffen Hummel an einem Morgen oben und der erste Schritt war gemacht:

mpb140025Geht doch! Herbstnebel im Wald bei der Lindelbrunn

Dann, zwei Wochen später, habe ich interessierte Kollegen der GDT-Regionalgruppe VI auf die Burg geführt und es passte wirklich alles. Der ausgelatschte Spruch „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ trifft hier ausnahmsweise zu. An jenem Morgen sollte ich nicht weniger erleben als meinen bisher besten Sonnenaufgang im Pfälzerwald.

mpb140026Lindelbrunn, ich hab Dir gezeigt, wo der Barthel den Most holt!

Selbstverständlich entstanden bei der Gelegenheit noch viele weitere Aufnahmen von der Lindelbrunn. Ein paar davon könnt ihr in der Galerie zum Pfälzerwald sehen.

Ach ja, noch etwas: Chris tut mir an der Stelle ein wenig leid. Statt auf die Lindelbrunn mitzukommen, wollte er es lieber auf dem Luitpoldturm probieren und geht damit an dem Morgen eindeutig als Zweiter durchs Ziel.

Stäffelsbergturm

Mit dem Kennenlernen neuer Locations in der Pfalz hat es dieses Jahr nicht nur ein wenig gehapert, es fiel fast komplett aus und damit bin ich unzufrieden. Punkt. Um so froher war ich, als Raik mich fragte, ob ich nicht mitkommen wollte auf den Stäffelsbergturm. Also auf in der Dunkelheit nach Bad Bergzabern, den Berg hochgehechelt, den hässlichsten Turm der Pfalz bestiegen und geschaut, was von da oben möglich ist. Zwar steht man in Mitten von Mobilfunkumsetzern und auf Dauer ist das auch sicher nicht gesund, aber es sieht nicht schlecht aus, von da oben.

mpb140028Stäffelsbergturm, zum Jahresende doch noch eine neue Location kennengelernt.

Danke

Abschließend möchte ich einfach nur „Danke!“ sagen und zwar kurz und knapp an alle, die meine Fotografie in 2014 in irgend einer Form bereichert haben. Das schließt natürlich auch die Leute ein, die meine Bilder einfach nur betrachtet haben. Ihr gebt meinen Bildern nicht weniger als ihre Existenzberechtigung.

Das war er dann, mein Rückblick auf 2014.

Danke fürs Lesen! In Zukunft wird es im Blog regelmäßig Posts zu meinen Aktivitäten geben, dafür ist er ja schließlich da.